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Montag, 9. Dezember 2019

Wênd Kûuni – Das Geschenk Gottes

Foto aus Wênd Kûuni – Das Geschenk Gottes

Im Anschluss an den Film findet ein Gespräch mit dem Regisseur Gaston Kaboré statt.
Moderation: Kay Hoffmann.
In Kooperation mit der VHS Ludwigsburg, dem EZEF, dem Haus des Dokumentarfilms e.V., der Kommunalen Koordinierungsstelle für Entwicklungszusammenarbeit Ludwigsburg und der Filmakademie Baden-Württemberg

Mit Gaston Kaboré kommt ein Altmeister des afrikanischen Kinos nach Ludwigsburg. Er wird persönlich seinen Spielfilm „Wênd Kûuni – das Geschenk Gottes“ von 1982 vorstellen, der zu den ersten Langfilmen aus Burkina Faso überhaupt gehört. Der Film gilt als einer der großen Klassiker des afrikanischen Kinos. Kaboré gelang es, die mündliche Tradition der Überlieferung in Afrika auf die Leinwand zu übertragen. Er zeigt eine afrikanische Version einer Kaspar Hauser Geschichte. In einer Zeit vor der Ankunft der Weißen musste im westafrikanischen Mossi-Reich keiner hungern.

Ein reisender Händler findet im Busch einen stummen Jungen und nimmt ihn mit ins nächste Dorf. Ein Weber und seine Frau nehmen sich des Jungen an, der Wênd Kûuni – das Geschenk Gottes genannt wird. Ihre Tochter Pognèré freundet sich schnell an mit dem Jungen, der bald zur Familie gehört und sich in die alltäglichen Arbeiten des Haushaltes einbringt. Nach zwei Jahren findet er durch einen zweiten Schock seine Sprache wieder und erzählt seiner neuen Familie vom Verlust des Vaters. Er und seine Mutter wurden aus ihrem Heimatdorf vertrieben und die Mutter starb auf der Flucht. So findet Wênd Kûuni schließlich zu seiner Geschichte zurück.

1982 wurde der Film mit dem begehrten César als bester französischsprachiger Film ausgezeichnet. 1997 erzählte Kaborés Film „Buud Yam“ die Geschichte des Jungen weiter und gewann den Hauptpreis beim afrikanischen Festival FESPACO in Ouagadougou.

Gaston Kaboré stammt aus Burkina Faso und studierte Geschichte an der Sorbonne in Paris bevor er, inspiriert von den Filmen des afrikanischen Regisseurs Ousmane Sembène, sein Studium an der École Supérieure d’Études Cinématographiques fortsetzte. 1976 kehrte er nach Burkina Faso zurück, realisierte einige dokumentarische Kurzfilme und war gleichzeitig als Lehrer am Institut Africain d’ Éducation Cinématographique und als Direktor des Centre National du Cinéma de Burkina Faso tätig. 1982 konnte er „Wênd Kûuni“ realisieren. 1988 folgte „Zan Boko“, der in den 1980er Jahren spielt und mit komödiantischen Elementen von Dorfbewohnern erzählt, deren Frieden durch den Zuzug von Städtern gestört wird. Im Mittelpunkt von „Rabi“ (1992), einer in unbestimmter präkolonialer Zeit angesiedelten Parabel, steht ein Junge, der mit seiner Schildkröte spielt, sie langsam als eigenständiges Lebewesen wahrnimmt und schließlich in die Freiheit entlässt. Nach weiteren Dokumentar- und Spielfilmen entstand 1997 der im Breitwandformat gedrehte Spielfilm „Buud Yam“.
Seit Ende der 1990er Jahre lehrt Gaston Kaboré Film in Burkina Faso. Er leitete verschiedene Organisationen und Produktionsfirmen. In Ouagadougou gründete er 2003 das Zentrum IMAGINE für die Aus- und Weiterbildung junger afrikanischer Filmschaffender. Außerdem ist Kaboré regelmäßig Jury Mitglied auf internationalen Festivals wie Amsterdam, Berlin, Cannes, Locarno, Venedig und ist Mitgründer des renommierten panafrikanischen FESPACO Festival in Ouagadougou, das er über Jahre mitorganisiert hat.

 
Burkina Faso 1982, 75 Min., OmU
Regie:
Gaston J. M. Kaboré
Drehbuch:
Gaston J. M. Kaboré
Kamera:
Issaka Thiombiano, Sékou Ouedraogo
Darsteller:
Serge Yanogo, Rosine Yanogo, Joseph Nikiema, Colette Kaboré

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