Inhalt

DOK-Premiere Dokumentarfilme mit Regisseurgesprächen

Seit 2011 gibt es unsere Reihe DOK Premiere im Kino Caligari. Jeden Monat wird ein aktueller Dokumentarfilm gezeigt. Anschließend diskutieren die Macher mit dem Publikum. Die Bandbreite an Dokfilmen ist bewusst breit gehalten. Dies kommt gut an. Es geht um außergewöhnliche Filme und Themen, über die sich ein Gespräch lohnt. Zu Gast waren sowohl bekannte Filmemacher wie Michael Glawogger, Volker Koepp, Christian Frei oder Samir, als auch junge Talente mit ihren Filmen. Manche Filme zeigen wir bereits vor ihrem Kinostart, andere sind sogar Team-Premieren einer Produktion. Kuration und Moderation: Kay Hoffmann In Zusammenarbeit mit dem Haus des Dokumentarfilms Stuttgart

Informationen über den Film

10|2020

Foto aus dem Film
Space Dogs

Textinformationen

Di 20. Oktober 2020 - 17:00 Uhr im Caligari-Kino

Di 20. Oktober 2020 - 20:00 Uhr im Caligari-Kino

Im Anschluss an beide Vorstellungen findet ein Filmgespräch mit der Regisseurin Elsa Kremser statt.

Karten gibt es im Vorverkauf im Caligari und Luna, sowie online.

Ebenso faszinierend wie ungewöhnlich: Das Schicksal der Moskauer Straßenhündin Laika, die als erstes Lebewesen mit einer Rakete in den Weltraum geschossen wurde, wird zum Fundament für eine visuell anspruchsvolle und interessante Konstruktion von Geschichten über das Verhältnis von Mensch und Hund.
Einer Legende nach kehrte Laika als Geist zur Erde zurück und streift seither durch die Straßen von Moskau. Laikas Spuren folgend und aus Perspektive der Hunde gedreht, begleitet der Film die Abenteuer ihrer Nachfahren: zweier Straßenhunde im heutigen Moskau. Deren Geschichte handelt von inniger Gefolgschaft, unerbittlicher Brutalität und schließlich von ihrem Blick auf uns Menschen. Verwoben mit bisher unveröffentlichtem Filmmaterial aus der Ära der sowjetischen Raumfahrt formt sich eine magische Erzählung über die Moskauer Straßenhunde – vom Aufstieg in den Weltraum bis zum Leben am Erdboden.

Ein poetischer, philosophischer und zugleich ungemein vergnüglicher Film über die Welt – ein grandioses Filmerlebnis! (ORF)

Ohne Frage der aufregendste Film in Locarno. Ein philosophischer, tiefer Film, der das macht, was Kino tun muss: ungesehene Bilder zeigen. (Deutschlandfunk)

BRD/Österreich 2019, 91 Min.
Regie: Elsa Kremser, Peter Levin
Bildgestaltung: Yunus Roy Imer

Trailer sehen:

Tickets für Di 20.10. 17:00 Uhr

Tickets für Di 20.10. 20:00 Uhr

10|2020

Informationen zu den RegisseurInnen

Foto des Regisseurs/der Regisseurin

Elsa Kremser, geboren 1985 in Wolfsberg/ Österreich, studierte Filmwissenschaft an der Universität Wien. An der Filmakademie Ludwigsburg realisierte sie als Autorin und Produzentin mehrere Dokumentarfilme die weltweit gezeigt wurden. Ihr Diplomfilm „Nebel“ erhielt eine lobende Erwähnung der Berlinale Perspektive. Sie war Teil der Jury des Visions du Réel und absolvierte das Nipkow- und das EuroDoc Programm. 2016 gründete sie mit Levin Peter die Raumzeitfilm-Produktion in Wien. Als Regie-Duo arbeiten sie aktuell an ihrem ersten Spielfilm „Der Grüne Wellensittich“, der den Berlinale Kompagnon Drehbuchpreis erhielt.

Informationen über den Film

10|2020

Foto aus dem Film
Höhenflüge

Textinformationen

Mi 14. Oktober 2020 - 17:00 Uhr im Caligari-Kino

Mi 14. Oktober 2020 - 20:00 Uhr im Caligari-Kino

Im Anschluss an beide Vorstellungen findet ein Filmgespräch mit Regisseurin Lena Leonhardt statt.

Karten gibt es im Vorverkauf im Caligari und Luna, sowie online.

Andreas Drapa träumte schon als Kind davon, die Nummer 1 zu sein. Heute ist der ehemalige Fliesenleger aus Süddeutschland Millionär. Reich wurde er durch den Verkauf von Spitzen-Brieftauben an wohlhabende Interessenten rund um den Globus, die bereit sind, für einen „Champion“ hunderttausende Euro zu zahlen. Vor allem in China boomt das Geschäft mit Brieftauben. Für Drapa eine weitere Gelegenheit, um das spießig-kleinbürgerlichen Hobby, das er von seinem Vater geerbt hat, zu einem maximal lukrativen Imperium auszubauen. Ein Streben, das unter vielen Züchterkollegen auf Unmut stößt.
„Höhenflüge“ zeigt Einblicke in eine skurrile Spielart des globalisierten Wirtschaftswettstreits, in dem es von Deutschland über Dubai bis nach China für die Gewinner immer höher hinausgeht, während die Masse der Abgehängten stetig wächst: eine Reflektion über existentielle Fragen im Zwiespalt zwischen sozialen, wirtschaftlichen und ethisch-moralischen Werten.

BRD 2019, 90 Min.
Regie, Buch: Lena Leonhardt
Kamera: Sebastian Bäumler

Tickets für Mi 14.10. 17:00 Uhr

Tickets für Mi 14.10. 20:00 Uhr

10|2020

Informationen zu den RegisseurInnen

Foto des Regisseurs/der Regisseurin

Lene Leonhardt wurde 1987 geboren. Sie studierte Regie an der Filmakademie Baden-Württemberg und der Ryerson University in Toronto. 2014 feierte sie mit dem Dokumentarfilm „Rheingold“ ihr Kino-Debüt. 2016 folgte „Hundesoldaten“ – ihr Abschlussfilm, für den sie u.a. mit dem Grimme Preis ausgezeichnet wurde. 2017 wurde sie ins Talent-Programm der Berlinale aufgenommen. Sie lebt in Stuttgart und arbeitet als Regisseurin und Filmautorin.

Informationen über den Film

09|2020

Foto aus dem Film
Schlingensief - In das Schweigen hineinschreien

Textinformationen

Mi 23. September 2020 - 16:30 Uhr im Caligari-Kino

Mi 23. September 2020 - 20:00 Uhr im Caligari-Kino

Im Anschluss an beide Vorstellungen findet ein Filmgespräch mit Regisseurin Bettina Böhler statt.

Über zwei Jahrzehnte hat Regisseur Christoph Schlingensief den kulturellen und politischen Diskurs in Deutschland mitgeprägt. Die renommierte Filmeditorin Bettina Böhler unternimmt erstmals den Versuch, den Ausnahmekünstler Schlingensief, der 2010 im Alter von nur 49 Jahren starb, in seiner gesamten Bandbreite zu dokumentieren. In ihrem ungemein unterhaltsamen und gleichzeitig tief berührenden Regiedebüt montiert Bettina Böhler virtuos private Aufnahmen und künstlerische Arbeiten Schlingensiefs, dessen ungebändigte Energie sich unwillkürlich auf die Zuschauer überträgt.

Das intensive Porträt durchlebt die ganze Entwicklung Schlingensiefs vom quasi pubertierenden Filmemacher im Kunstblutrausch über den Bühnenrevoluzzer von Berlin und Bayreuth bis hin zum Bestsellerautor, der kurz vor seinem Tod die Einladung erhält, den Deutschen Pavillon in Venedig zu gestalten.

Der Fokus des Films liegt in Schlingensiefs Auseinandersetzung mit Deutschland. Sein Verhältnis zu diesem Land war sehr widersprüchlich: einerseits verspürte er eine Verbundenheit mit den Menschen und Orten seiner Herkunft, seiner Kernfamilie und so etwas wie „Heimat“, andererseits rebellierte er gegen sie – auch gegen den Kleinbürger in sich selbst – und provozierte bis hin zur Forderung „Tötet Helmut Kohl“ auf der documenta X 1997. Dass er 2004, am deutschesten Ort der Hochkultur, in Bayreuth Wagners Erlöser-Oper „Parsifal“ inszenieren durfte, und später die Einladung erhielt, den Deutschen Pavillon der Biennale in Venedig zu gestalten, erfüllte ihn auch mit Stolz, weil er erkannte, dass die Hassliebe zu seinem Land doch noch mit Anerkennung erwidert wurde.

BRD 2020, 130 Min.
Regie, Buch, Montage: Bettina Böhler
Co-Buch: Angelina Maccarone
Musik: Helge Schneider

Trailer sehen:

09|2020

Informationen zu den RegisseurInnen

Foto des Regisseurs/der Regisseurin

Bettina Böhler, geboren 1960 in Freiburg, zählt zu den führenden Filmeditorinnen Deutschlands und hat bereits mehr als 80 Spiel-, Dokumentar- und Fernsehfilme montiert. Ihr Name ist verbunden mit den Arbeiten von Christian Petzold, Valeska Grisebach und anderen Filmschaffenden der Berliner Schule. Zudem verbindet sie eine langjährige Zusammenarbeit mit stilbildenden Regisseuren und Regisseurinnen wie Angelina Maccarone, Oskar Roehler und Margarethe von Trotta.
Sie begann ihre Filmlaufbahn im Alter von 18 Jahren als Schnittassistentin und arbeitet seit 1985 als Editorin. 2007 wurde Bettina Böhler mit dem Bremer Filmpreis für langjährige Verdienste um den europäischen Film ausgezeichnet. 2012 folgte für „Barbara“ (Regie: Christian Petzold) und 2017 für „Wild“ (Regie: Nicolette Krebitz) je eine Nominierung für den Deutschen Filmpreis für die Beste Montage. Bettina Böhler war 20 Jahre lang Dozentin an der Deutschen Film-und Fernsehakademie Berlin (DFFB). Sie ist Mitglied der Europäischen Filmakademie, der Akademie der Künste Berlin und der Academy of Motion Picture Arts and Sciences.