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Donnerstag, 21. Juni 2018

Sympathisanten - Unser deutscher Herbst

Foto aus Sympathisanten - Unser deutscher Herbst

Nach den friedlichen Demonstrationen Ende der 1960er Jahren wendete sich das Blatt: Erst flogen Steine, dann Molotowcocktails, dann fielen tödliche Schüsse. Ein Land in Aufruhr: die Bundesrepublik in den 1970er Jahren. Künstler, linksliberale Intellektuelle, Hochschullehrer, Journalisten und Geistliche gerieten als vermeintliche geistige Wegbereiter des RAF-Terrorismus ins Fadenkreuz von Polizei, Presse und Politik. Sie wurden alle als „Sympathisanten“ bezeichnet, eine Wortschöpfung der damaligen Zeit, ein von den Medien erfundener und diskriminierender Begriff. Springer-Zeitungen wie „Bild“ und „Welt“ bezeichneten sie als das „Reservistenheer des Terrorismus“, mitverantwortlich für Bomben, Morde und Gewalttaten. SPD-Bundeskanzler Helmut Schmidt warnte, wer mit Terroristen liebäugle, mache sich mitschuldig. Der Schriftsteller und Literatur-Nobelpreisträger Heinrich Böll beklagte ein Klima des Denunziantentums und der Hexenjagd, in dem kein Intellektueller mehr arbeiten könne. Auch die Eltern von Regisseur Felix Moeller, seine Mutter Margarethe von Trotta und sein Stiefvater Volker Schlöndorff, wurden zu den Sympathisanten gezählt. Beide haben sich in ihren Filmen intensiv mit dem Thema Terrorismus und den Motiven von Radikalisierung und Gewalt der Protestgeneration auseinandergesetzt. Viele ihrer Arbeiten gelten heute national wie auch international als Hauptwerke des politischen Kinos in Deutschland.

Felix Moellers Film erzählt in eindringlichen, emotionalen Bildern, kombiniert mit zeitgenössischen Dokumenten und in Gesprächen mit von Trotta, Schlöndorff, Marius Müller-Westernhagen, René Böll und anderen Zeitgenossen von dieser Epoche, als prominente Künstler, Hochschullehrer und Intellektuelle als Sympathisanten des Terrors bezeichnet wurden.

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BRD 2018, 110 Min.
Regie:
Felix Moeller (Verbotene Filme, Harlan - Im Schatten von Jud Süß)
Drehbuch:
Felix Moeller
Kamera:
Kumaran Herold, Börres Weiffenbach
 
Dokumentarfilm
 
Ausführliche Besprechung bei programmkino.de

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