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Poster des Films Schlingensief - In das Schweigen hineinschreien

Schlingensief - In das Schweigen hineinschreien

Beschreibung des Films und Credits

Über zwei Jahrzehnte hat Regisseur Christoph Schlingensief den kulturellen und politischen Diskurs in Deutschland mitgeprägt. Die renommierte Filmeditorin Bettina Böhler (Die innere Sicherheit, Hannah Arendt) unternimmt erstmals den Versuch, den Ausnahmekünstler Schlingensief, der 2010 im Alter von nur 49 Jahren starb, in seiner gesamten Bandbreite zu dokumentieren. In ihrem ungemein unterhaltsamen und gleichzeitig tief berührenden Regiedebüt montiert Bettina Böhler virtuos private Aufnahmen und künstlerische Arbeiten Schlingensiefs, dessen ungebändigte Energie sich unwillkürlich auf die Zuschauer überträgt.

Das intensive Porträt durchlebt die ganze Entwicklung Schlingensiefs vom quasi pubertierenden Filmemacher im Kunstblutrausch über den Bühnenrevoluzzer von Berlin und Bayreuth bis hin zum Bestsellerautor, der kurz vor seinem Tod die Einladung erhält, den Deutschen Pavillon in Venedig zu gestalten.

Der Fokus des Films liegt in Schlingensiefs Auseinandersetzung mit Deutschland. Sein Verhältnis zu diesem Land war sehr widersprüchlich: einerseits verspürte er eine Verbundenheit mit den Menschen und Orten seiner Herkunft, seiner Kernfamilie und so etwas wie „Heimat“, andererseits rebellierte er gegen sie – auch gegen den Kleinbürger in sich selbst – und provozierte bis hin zur Forderung „Tötet Helmut Kohl“ auf der documenta X 1997. Dass er 2004, am deutschesten Ort der Hochkultur, in Bayreuth Wagners Erlöser-Oper „Parsifal“ inszenieren durfte, und später die Einladung erhielt, den Deutschen Pavillon der Biennale in Venedig zu gestalten, erfüllte ihn auch mit Stolz, weil er erkannte, dass die Hassliebe zu seinem Land doch noch mit Anerkennung erwidert wurde.

Schreien, laut sein, provozieren: Das war für viele die Essenz von Christoph Schlingensief. Dass der vor zehn Jahren viel zu jung verstorbene Regisseur und Künstler mit zunehmender Bekanntheit auch immer häufiger nur als Pausenclown wahrgenommen wurde ist eine Tragik, die in Bettina Böhlers Porträt „Schlingensief – In das Schweigen hineinschreien“ mitschwingt, der sehr persönlichen Würdigung eines vielschichtigen, suchenden, streitbaren Menschen. (programmkino.de)

Originaltitel:
Schlingensief
 
BRD 2020, 130 Min.
Regie:
Bettina Böhler
Drehbuch:
Bettina Böhler, Angelina Maccarone (Charlotte Rampling - The Look, Fremde Haut)
Montage:
Bettina Böhler (Undine, Transit, Hannah Arendt, Barbara uva.)
Musik:
Helge Schneider
FSK:
Ab 12 Jahre
 
Dokumentarfilm

Foto und Trailer zum Film

  • Foto aus Schlingensief - In das Schweigen hineinschreien
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