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Poster des Films Paris Calligrammes

Paris Calligrammes

Beschreibung des Films und Credits

In einem dichten Strom aus akustischem und visuellem Archivmaterial, verknüpft mit eigenen künstlerischen und filmischen Arbeiten, lässt die Künstlerin und Filmemacherin Ulrike Ottinger das bohème Paris der 1960er Jahre wieder aufleben:
Saint-Germain-des-Prés und Quartier Latin mit ihren Literatencafés und Jazzkellern, die Begegnung mit Vertretern des jüdischen Exils, das Zusammenleben mit ihren Künstlerfreunden, die Gedankenwelt der Pariser Ethnologen und Philosophen, die politischen Umwälzungen des Algerienkrieges und des Mai 68 und das Erbe der kolonialen Zeit.

1962 zog es die damals 20jährige Ottinger aus der bayerischen Provinz nach Paris, wo sie sich mit Verve in das kulturelle Leben stürzte. Eine frühe Anlaufstelle war das vom deutschen Emigranten Fritz Picard gegründete Buchgeschäft „Librairie Calligrammes“, das nicht nur diesem Film seinen Namen gibt, sondern auch intellektuelle Inspirationsquelle für Ottinger war. Eine enorme Fundgrube muss das Geschäft gewesen sein, voll von Literatur aus allen Ländern und Quellen, nicht zuletzt aber von in Paris lebenden Juden, deren Bibliotheken zurückblieben, als ihre Besitzer deportiert wurden. Von den Nazis, aber auch von französischen Kollaborateuren, Maurice Papon etwa, der auch in den 60er Jahren noch aktiv war und die Verfolgung der Algerier in Paris verantwortete, die für die Unabhängigkeit ihrer Heimat kämpften und in einer der schwärzesten Stunden der französischen Nachkriegsgeschichte zu Hunderten ermordet wurden.
Auch davon erzählt Ottinger in ihrem kollageartigen Film, den sie mit ihren eigenen Fotos aus den 60ern, vor allem aber viel Archivmaterial bebildert. Ganz subjektiv bleibt sie dabei, ist einzige Erzählerin, die ganz bewusst ihr älteres Ich zurückblicken lässt auf die Erlebnisse und Erfahrungen der Jüngeren. (programmkino.de)

 
BRD/Frankreich 2020, 129 Min.
Regie:
Ulrike Ottinger (Chamissos Schatten, Johanna d'Arc of Mongolia, Dorian Gray im Spiegel der Boulevardpresse, Freak Orlando)
Drehbuch:
Ulrike Ottinger
Bildgestaltung:
Ulrike Ottinger
Montage:
Anette Fleming
 
Dokumentarische Filmcollage

Foto und Trailer zum Film

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Poster des Films Paris Calligrammes

Im August im CALIGARI geplant