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Naza
Beschreibung des Films und Credits
Selten wurde über einen Dokumentarfilm schon so intensiv diskutiert und gestritten, bevor er in den Kinos zu sehen war. Kein Wunder, denn in „Naza“ von Yuval Abraham und Rachel Szor geht es um den Vorwurf, dass Israel in Gaza auch gezielt Zivilisten, Frauen und Kinder tötet. Auf nüchterne, eher journalistische als filmische Weise umkreisen die Regisseure dieses Thema, lassen israelische Soldaten zu Wort kommen und am Ende eigentlich nur eine Antwort zu.
Nach dem 7. Oktober 2023, dem Überfall der Hamas auf Israel, bei dem rund 1200 Menschen ermordet und etwa 250 Geiseln genommen wurden, reagierte Israel mit aller Härte. Eine der am besten ausgerüsteten Streitkräfte der Welt drang in den Gaza-Streifen ein, mit dem erklärten Ziel, die dort herrschende Terror-Organisation Hamas zu vernichten.
Schnell mehrten sich jedoch Berichte von zivilen Toten, von wahllosen Zerstörungen von Gebäuden, dem gezielten Angriff auf Infrastruktur, auf Krankenhäuser, der Wasserversorgung. Inzwischen sind weit mehr als 70.000 Menschen in Gaza gestorben, die Mehrheit von ihnen Frauen und Kinder. Unvermeidliche Kollateralschaden heißt es dazu von Seiten der israelischen Armee, zumal sich die Hamas gezielt hinter menschlichen Schutzschilden versteckt halte. Immer mehr Menschenrechtsorganisationen zweifeln dies an, werfen Israel und seiner Armee, der IDF, vor, zumindest Kriegsverbrechen zu begehen, auch Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Im Film kommen 24 Armeemitglieder, Soldaten und Techniker zu Wort. Im Schutz der Dunkelheit, zusätzlich mit verfremdeter Stimme, erzählen sie von den ausgefeilten Methoden, mit denen in Gaza Terroristen gejagt werden. Die Überwachung ist vollständig, jedes Telefon-Gespräch wird abgehört, per Drohnen-Aufklärung werden präzise Modelle der Gebäude in Gaza angefertigt, um exakt orten zu können, wo sich ein mutmaßlicher Terrorist aufhält. Doch da dieser Terrorist selten allein ist stellt sich die Frage, wie viele Zivilisten bei einem Angriff auch getötet werden dürfen, wie hoch der Kollateralschaden sein darf, der Naza, wie das hebräische Akronym lautet. Mal sind es „nur“ ein paar, in anderen Phasen des Krieges waren angeblich 20 völlig akzeptabel, einzelne der Interviewten sprechen gar von 200 oder sogar 500 Nazas, die als akzeptabel galten.
Überprüfen lässt sich all das nicht, das liegt in der Natur der Sache, Gründe an den Aussagen der Zeugen zu zweifeln gibt es jedoch nicht. Zu sehr ähneln sich die Berichte der Männer und wenigen Frauen, zu selbstverständlich, ja geradezu beiläufig berichten sie vom systematischen Inkaufnehmen ziviler Opfer, zu sehr stützen die Bilder aus Gaza, die seit drei Jahren von der Vernichtung einer Region zeugen, die Aussagen der Zeugen.
Dass die Regisseure inzwischen von ihrer eigenen Regierung des Landesverrats beschuldigt werden, ihnen mit dem Entzug der Staatsbürgerschaft gedroht wird, überrascht kaum. Dabei ist „Naza“ kein wütendes, agitatorisches Pamphlet, sondern überzeugt gerade durch seine überlegte, nüchterne Art. (programmkino.de)
- Originaltitel:
- Naza
- GB 2026, 80 Min., OmU
- Regie:
- Yuval Abraham, Rachel Szor (No Other Land)
- Produktion:
- Jonathan Glazer (The Zone of Interest)
- FSK:
- Ab 12 Jahre
- Dokumentarfilm
- Originalsprache: Englisch, Hebräisch
Foto und Trailer zum Film
Vorstellungen des Films
11. November im Luna geplant. Mit Podiumsgespräch




