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Poster des Films Holy Spider

Holy Spider

Beschreibung des Films und Credits

Eine Reihe von unaufgeklärten Morden an Prostituierten hält die Heilige Stadt Maschhad im Nordosten des Iran in Atem: „Spinnenmörder“ nennen sie den Serienkiller, der von sich glaubt, die Arbeit Gottes zu verrichten, indem er die Straßen vom Dreck befreit. Die Journalistin Rahimi wird von ihrer Zeitung geschickt, dem Fall nachzugehen, und bekommt als Frau in einer von Männern dominierten Welt ein Hindernis nach dem anderen in den Weg gelegt. Doch Rahimi gibt ihre Suche nach der Wahrheit nicht einfach auf. Während die Behörden tatenlos zusehen, wie der Mörder ein Opfer nach dem anderen in sein Netz lockt, kommt sie dem Täter immer näher. Entsetzt muss sie feststellen, dass er von vielen Menschen in der Stadt als Held gefeiert wird, und seine Verurteilung mehr als ungewiss scheint.

Wie ein sehr amerikanischer Serienkillerfilm mutet „Holy Spider“ in der ersten Hälfte an, voller düsterer Bilder, ominöser Musik, brutalen Morden. Fast reißerisch mutet es an, wie Ali Abbasi Aspekte der iranischen Gesellschaft zeigt, die das einheimische Kino ansonsten nicht zeigen kann. 
Gerade in der zweiten Hälfte, wenn immer deutlicher wird, wie sehr weite Teile der Gesellschaft den Prostituierten-Mörder jedoch unterstützen, seine Taten gutheißen, bestätigt Abassi jedoch genau das Bild, das im Westen meist vorherrscht wenn vom Iran die Rede ist: Eine tief religiöse Gesellschaft wird gezeigt, ein Land, in dem der Klerus herrscht und mit seiner erzkonservativen Interpretation des Korans die Freiheit besonders von Frauen beschränkt.
Von der moralischen Ambivalenz, wie sie etwa in den Filmen Asghar Farhadis thematisiert werden ist in „Holy Spider“ wenig zu spüren, sein Film ist Anklage durch und durch. Wuchtig inszeniert, mit ungewöhnlichen Einblicken in die iranische Gesellschaft, aber auch ohne Zwischentöne. (programmkino.de)

Hauptdarstellerin Zar Amir Ebrahimi erhielt beim Filmfestival in Cannes den Preis für die Beste Schauspielerin.

Originaltitel:
Holy Spider
 
BRD/Dänemark/Frankreich/Schweden 2022, 119 Min.
Regie:
Ali Abbasi (Border)
Drehbuch:
Ali Abbasi, Afshin Kamran Bahrami
Bildgestaltung:
Nadim Carlsen
Mit:
Mehdi Bajestani, Zar Amir Ebrahimi, Arash Ashtiani, Forouzan Jamshidnejad, Alice Rahimi u.a.
FSK:
Ab 16 Jahre

Foto und Trailer zum Film

  • Foto aus Holy Spider
Trailer sehen:
FSK: ab 12

Vorstellungen des Films

Poster des Films Holy Spider
Im Luna:

So 05.02.2023

Im Orfeo:

Do 16.02.2023