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Poster des Films Enfant Terrible

Enfant Terrible

Beschreibung des Films und Credits

„Ich will doch nur, daß ihr mich liebt“ lautet der Titel eines Fernsehfilms, den Rainer Werner Fassbinder 1976 drehte, ungefähr in der Mitte seiner Karriere als manisch, in unfassbarer Geschwindigkeit arbeitender Autor und Regisseur.
Die Suche nach Anerkennung und Liebe benutzt Oskar Roehler als roter Faden seines biographischen Films, zu dem Klaus Richter ein Drehbuch geschrieben hat, das Fassbinders atemloses Leben in kurzen Episoden nachzeichnet, ohne dabei zu Stückwerk zu werden.

Ende der 60er Jahre beginnt der unaufhaltsame Aufstieg am Münchner Action-Theater, das Fassbinder bald geradezu im Handstreich übernimmt und zum antiteater formt. Bald bringt er seinen typischen Stil, der den damals bevorzugten Naturalismus mit einer betonten Künstlichkeit ersetzt auch auf die Leinwand, dreht fortan in rasendem Tempo einen Film nach dem anderen, verbraucht Mitstreiter und Männer, nimmt immer größere Mengen Kokain, feiert immer größere Erfolge, bis er 1982 viel zu jung, aber völlig ausgebrannt stirbt.

All das zeigt Roehler in einem Stationendrama, das seine eigene Künstlichkeit offensiv in den Vordergrund stellt. Komplett im Studio gedreht, sind die Sets überdeutlich als gemalte Kulissen zu erkennen, Fenster, Bilder, Zigarettenautomaten sind nur gemalt, in den Räumen stehen allein einzelne reale Stühle und Tische. Zum einen mag man dies als Hommage an den Stil von Fassbinders letztem Film „Querelle“ erkennen, vor allem aber als treffender Hinweis auf den besonders bei Fassbinder fließenden Übergang von Leben und Kunst. Alles in Fassbinders kurzem, intensivem Leben war Material, er lebte und arbeitete meist mit einem festen Stamm an Mitarbeitern, die er manipulierte, benutzte, aber auch brauchte und nicht zuletzt besser machte.
Gut 40 Kino- und Fernsehfilme, dazu einige Mehrteiler entstanden in kaum 13 Jahren, gekrönt von der epochalen Serie „Berlin Alexanderplatz“. Den Preis dieser Schaffenskraft zahlten zum Teil Fassbinders Wegbegleiter, am Ende aber er selbst, der mit nur 37 Jahren starb. Die Essenz dieses Lebens hat nun Oskar Roehler in „Enfant Terrible“ eingefangen, der an Exzess, Kraft und Zärtlichkeit seinem Sujet kaum nachsteht.
(Michael Meyns auf programmkino.de)

 
BRD 2020, 135 Min.
Regie:
Oskar Roehler (Elementarteilchen, Jud Süß - Film ohne Gewissen, Die Unberührbare, Silvester Countdown)
Drehbuch:
Klaus Richter (Der Trafikant, Die Geschichte vom Brandner Kaspar, Comedian Harmonists)
Bildgestaltung:
Carl-Friedrich Koschnick
Mit:
Oliver Masucci, Katja Riemann, Hary Prinz, Eva Mattes, Erdal Yildiz, Lucas Gregorowicz, Alexander Scheer, Désirée Nick u.a.
FSK:
Ab 16 Jahre

Foto und Trailer zum Film

  • Foto aus Enfant Terrible
Trailer sehen:
FSK: ab 12

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Poster des Films Enfant Terrible

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