Inhalt
Drei Kameradinnen
Beschreibung des Films und Credits
Eine junge Frau wird beschuldigt, aus islamistischen Gründen ein Haus angezündet zu haben. Die Verfilmung des Romans von Shida Bazyar, die für „Die Lücken“ gerade den Deutschen Buchpreis auf der Frankfurter Buchmesse erhielt, ist ein Film, der mit Wahrnehmung spielt, mehr aber noch damit, was wahr ist und was auf Vorurteilen fußt.
Kasih, Saya und Hani treffen sich in ihrer einstigen Siedlung zur Hochzeit einer gemeinsamen Freundin. Als am Abend ein Anschlag ein Mehrfamilienhaus in Brand setzt, wird Saya als Hauptverdächtigte verhaftet. Linksextrem? Islamistisch? Die Akte ist dünn, die Fragen der Öffentlichkeit umso lauter. Was ist passiert und wer erzählt es wie? Verzweifelt versucht Kasih ihrer Freundin zu helfen. Für eine TV-Reportage rekonstruiert sie Sayas und ihr gemeinsames Leben.
In Erinnerungen, Fragmenten und Widersprüchen sucht sie den roten Faden in einer Geschichte dreier junger Frauen, die durch Ausgrenzung, Hass und rechten Terror zu drei Kameradinnen im permanenten Ausnahmezustand wurden.
Der Film zwingt die Mehrheitsgesellschaft, einen Blick auf die Minderheiten zu werfen und sich mit den eigenen Vorurteilen auseinanderzusetzen. (programmkino.de)
Statement der Regisseurin Milena Aboyan:
Mich hat vor allem die Wut interessiert, die nicht einfach verschwindet. Die Wut darüber, dass Gewalt nicht nur im Ausnahmezustand existiert, sondern sich in den Alltag frisst. Der Film ist in einer Gegenwart verankert, in der Kriege, politische Radikalisierung und gesellschaftliche Verrohung allgegenwärtig sind. Diese Realität bleibt nicht draußen. Sie prägt, wie Menschen denken, fühlen und einander begegnen. Sie erzeugt Angst, Misstrauen, Erschöpfung. Mich hat während der Arbeit an diesem Film interessiert, was diese Wut mit Menschen macht. Wie sie Beziehungen verändert. Wie sie Nähe schwerer macht. Wie sie einen zugleich antreiben und zerstören kann. Wie aus Ohnmacht Aggression werden kann. Die drei Freundinnen tragen diese Wut auf sehr unterschiedliche Weise in sich. Gerade darin liegt für mich die Stärke dieser Geschichte.
- BRD 2026, 93 Min.
- Regie:
- Milena Aboyan (Wovon sollen wir träumen, Elaha)
- Drehbuch:
- Milena Aboyan, Linda Kokkores
- Buchvorlage:
- Shida Bazyar
- Bildgestaltung:
- Mortimer Hochberg
- Mit:
- Bayan Layla, Manal Raga a Sabit, Brikena Ray, Meret Becker, Eugene Boateng, Hadnet Tesfai, Jasmin Shakeri, David Richter u.a
- FSK:
- Ab 12 Jahre Deskriptoren
Foto und Trailer zum Film
Vorstellungen des Films
Im November im Caligari oder Luna geplant




