Inhalt
Die Odyssee
Beschreibung des Films und Credits
Auf das ebenso ambitionierte wie erfolgreiche Biopic „Oppenheimer“ lässt Hollywood-Auteur Christopher Nolan eine der wohl einflussreichsten Erzählungen der Literaturgeschichte folgen. Seine Adaption der Homer zugeschriebenen „Odyssee“ liefert erwartungsgemäß beeindruckendes Monumentalkino, ist bis in kleine Nebenrollen starbesetzt und versucht sich an einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Helden der Geschichte.
Dass er dabei komplett auf IMAX-Kameras und analogem Material drehen ließ, sorgte schon vorab für Aufsehen. Immerhin ist das Kino in seiner ursprünglichen Form durch die stetige KI-Entwicklung mehr und mehr bedroht. Mit seinem jüngsten Werk will der in London geborene Regisseur und Drehbuchautor ein Zeichen setzen – so viel steht fest!
„Die Odyssee“ ist ein Mammutwerk, das die erwartet wuchtigen Bilder in Hülle und Fülle zu bieten hat – und dabei eine erfrischend echte, kernige Abenteueratmosphäre versprüht. Wie es der Regisseur in seinem Schaffen seit jeher praktiziert, entstand möglichst viel direkt vor der Kamera, an realen Schauplätzen, was das Geschehen vor jener digitalen Künstlichkeit bewahrt, die etwa das Superheldenkino inzwischen so ermüdend macht.
Inhaltlich bleibt er zumeist nah an der Vorlage: König Odysseus (Matt Damon) sehnt sich nach dem gewonnenen Trojanischen Krieg danach, in seine Heimat Ithaka zurückzukehren, erlebt, zusammen mit seinem Soldatengefolge, aber mehr als nur ein blaues Wunder. Monster wie der Zyklop Polyphem stellen sich ihm in den Weg. Auf dem Meer bekommt er Poseidons Zorn zu spüren – und verliert die Orientierung. Das Ergebnis: eine jahrelange Irrfahrt, die gewaltige Opfer fordert.
All diese Abenteuer entfalten sich in ausgedehnten Rückblenden, die ihren Ursprung in Odysseus’ erzwungenem Aufenthalt bei der Nymphe Kalypso (Charlize Theron) haben. Langsam, Stück für Stück erinnert sich der von Alter und Krieg gezeichnete Kämpfer an das, was ihm auf dem Weg in die Heimat widerfahren ist.
Parallel sticht sein Sohn Telemachos (Tom Holland), besorgt um den so lange verschollenen Vater, in See, um ihn zu finden. Auf der Insel Ithaka halten den König viele für tot, glauben nicht an seine Rückkehr. Am wenigsten die den Hof belagernden Werber, die nur darauf lauern, Odysseus‘ Ehefrau Penelope (Anne Hathaway) zu heiraten und damit den vakanten Thron zu besteigen. Im Namen der Gastfreundschaft nach dem oft zitierten Gesetz des Zeus lassen sie es sich gutgehen, wobei Antinoos (ein lustvoll chargierender Robert Pattinson), der mit Odysseus eine persönliche Enttäuschung verbindet, als dreistester Parasit hervorsticht.
Quelle: Filmbesprechung auf programmkino.de (gekürzt)
Autor: Christopher Diekhaus
- Originaltitel:
- The Odyssey
- GB/USA 2026, 172 Min.
- Regie:
- Christopher Nolan (Oppenheimer, Dunkirk, Interstellar, Inception, The Dark Knight, Insomnia, Memento)
- Drehbuch:
- Christopher Nolan
- Bildgestaltung:
- Hoyte van Hoytema
- Mit:
- Matt Damon, Tom Holland, Anne Hathaway, Robert Pattinson, Lupita Nyong’o, Zendaya, Charlize Theron u.a.
- FSK:
- Ab 12 Jahre Deskriptoren
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Sa 22.08.2026




