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Montag, 9. Dezember 2019

Das Silvesterkonzert mit Kirill Petrenko und Diana DamrauLiveübertragung aus der Berliner Philharmonie

Foto aus Das Silvesterkonzert mit Kirill Petrenko und Diana Damrau

George Gershwin: Ein Amerikaner in Paris
Leonard Bernstein: Symphonische Tänze aus West Side Story
Werke von Kurt Weill, Cole Porter und Frederick Loewe

Beschwingter Jahresausklang mit dem neuen Chef: Kirill Petrenko präsentiert sich dem Publikum der Berliner Philharmoniker in diesem Programm von einer neuen musikalischen Seite – als Interpret mitreißender Broadway-Melodien. Auf seinem Ausflug ins Musicalfach begleitet ihn Diana Damrau, die erstmals bei den Philharmonikern auftritt. Mit Petrenko hat sie dagegen schon mehrfach zusammengearbeitet und schwärmt über seinen Dirigierstil: »Er ist ein Zauberer!«

Die Sopranistin, die ihren Weltruhm mit der virtuosen Partie der Königin der Nacht in Wolfgang Amadeus Mozarts Zauberflöte begründete, gilt als eine der führenden Sängerinnen des lyrischen- und des Koloratur-Fachs. Ihr Bühnendebüt gab sie 1995 in Würzburg allerdings in einem ganz anderen Genre: als Eliza in Frederick Loewes Musical My Fair Lady. In diesem Programm schlüpft Diana Damrau u. a. wieder in die Rolle des ebenso kessen wie bezaubernden Blumenmädchens aus der englischen Unterschicht, das durch den strengen Drill des Sprachwissenschaftlers Professor Henry Higgins zu einer Dame erzogen wird. Das Stück basiert auf der Komödie Pygmalion von George Bernard Shaw, das den Produzenten und Autor Gabriel Pascal zu der Idee inspirierte, aus dem Stoff ein Musical zu machen. Dank Loewes zündenden Melodien wurde My Fair Lady eines der erfolgreichsten Musicals, das Werk brachte es am Broadway auf mehr als 2.700 Vorstellungen. Gleichwohl war Loewe als Komponist nicht Pascals erste Wahl; er hatte den Stoff zuvor u. a. auch Leonard Bernstein angeboten, der das Sujet jedoch ablehnte. Nur kurze Zeit nach My Fair Lady brachte Bernstein in New York sein Erfolgsmusical West Side Story heraus, eine modern Adaption von Shakespeares Romeo und Julia, in der zwei rivalisierende Jugendgangs die Liebe zwischen einem Jungen aus der Bronx und einer Puerto-Ricanerin zerstören. Bernstein gelang in diesem Stück die faszinierende Synthese aus klassischer Musik, Jazz und lateinamerikanischen Tanzrhythmen. Drei Jahre nach der umjubelten Uraufführung stellte der Komponist die schmissigsten Tanzsätze zu einer symphonischen Suite zusammen.
George Gershwins Tondichtung Ein Amerikaner in Paris darf durchaus als musikalische Autobiografie verstanden werden. In ihr schildert der Komponist seine Eindrücke, die er als junger amerikanischer Student in Paris bekommen hat: den Straßenlärm, die Stimmungen auf der Straße, in den Bars und Cafés, das eigene Heimweh, das schließlich von der Begeisterung über das französische Lebensgefühl vertrieben wird. Weitere Programmpunkte sind Hits von Cole Porter, dem Schöpfer zahlreicher Evergreens, und Kurt Weill, dem Komponisten der Dreigroschenoper, der in den 1930er Jahren nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in die USA emigrierte und dort am Broadway eine große Karriere startete.

Der Eintritt beträgt 25 Euro / 20 Euro (ermäßigt für Schüler & Studenten), inklusive ein Glas Sekt zur Begrüßung. (Gesamtdauer ca. 120 Min.)