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Dienstag, 21. Januar 2020

Blue Note - A Story of Modern Jazz

In der Reihe „Kino zum Zuhören“

Foto aus Blue Note - A Story of Modern Jazz

Blue Note Records gilt als die wichtigste Plattenfirma in der Entwicklung des Modern Jazz. Miles Davis, John Coltrane und Cannonball Adderley veröffentlichten dort Aufnahmen, die Musikgeschichte machten. Legenden wie Thelonious Monk, Art Blakey und Herbie Hancock bekamen hier ihre erste Chance. Bis heute gelten Blue-Note-Platten als Klassiker. Zur Entstehungszeit des Film fütterten Hip Hopper und Acid Jazzer ihre Computer mit Blue-Note-Samples, junge Grafiker orientierten sich am minimalistischen Design der Blue-Note-Cover.

Hinter Blue Note standen die beiden Berliner Juden Alfred Lion und Frank (Francis) Wolff. Sie waren vor den Nazis geflohen. Schon in Berlin hatte sie der Jazz fasziniert, der von den Nazis als „entartete“ Musik verboten wurde. Kaum in New York angekommen, gründeten die beiden mit zusammengeliehenem Geld ihr neues Label. Für die meisten Amerikaner war Jazz zu dieser Zeit anrüchige, schwarze Bordell-Musik. Die beiden Emigranten erkannten gerade in der Sprengkraft der Jazz-Agitation ihre Chance. New York war voll von genialischen Musikern, die keine Firma unter Vertrag nehmen wollte. Fast alle, die im Film interviewt werden, sprechen über Lions und Wolffs unfehlbaren Instinkt für Musik. „Sie konnten sofort erkennen, ob etwas groovte oder nicht“, erinnert sich Herbie Hancock.

„Swingendes Zelluloid wäre wohl ein griffiger Terminus für Benedikts Film. Gerade die instinktive Ausgewogenheit zwischen prickelnden Musikclips, kurzweiligen Interviews, temporeichen Schnitten und scheinbar belanglosen, aber hintergründig völlig kompatiblen Momentaufnahmen gelingt ihm hier auf verblüffende Weise.“ (Jazzpodium)

„Blue Note ist kein gewöhnlicher Dokumentarfilm… Er kommt der Atmosphäre des modernen Jazz näher als jede streng konventionelle Dokumentation. In den USA schon längst ein Geheimtip…“ (Der Spiegel)

Konzertmitschnitte von Bud Powell 1962, Dexter Gordon 1965, Thelonious Monk 1966, Horace Silver 1968, Art Blakey 1968, Cassandra Wilson 1996, The Blue Note Allstars 1996, Ron Carter, Bobby Hutcherson, Joe Chambers 1996.
Interviews mit Herbie Hancock, Ron Carter, Max Roach, Bertrand Tavernier, André Previn, Taj Mahal, Carlos Santana, u.a.

Originaltitel:
Blue Note - A Story of Modern Jazz
 
BRD/USA 1997, 93 Min., OmU
Regie:
Julian Benedikt
Drehbuch:
Julian Benedikt
Kamera:
William Rexer II
FSK:
Ohne Altersbeschränkung
 
Dokumentarfilm
  • So 26.01.2020
    11.00 (OmU)
  • Mi 29.01.2020
    20.00 (OmU)

OmU = Original mit dt. Untertiteln