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Poster des Films Bad Luck Banging or Loony Porn

Bad Luck Banging or Loony Porn

Beschreibung des Films und Credits

So schnell die bloße Handlung von „Bad Luck Banging or Loony Porn“ (Pech beim Vögeln oder Bekloppten-Porno) erzählt ist, so vielschichtig erweisen sich Erzählform, Metaphorik, Subtexte. Ein Prolog eröffnet den Film, in dem ein Paar beim Sex zu sehen ist. Wie wir bald erfahren, handelt es sich dabei um die Lehrerin Emi, die zusammen mit ihrem Mann – ganz modernes Paar – einen Privatporno dreht. Dummerweise landet das Video im Internet und stößt den Eltern von Emis Schülern sauer auf. Eine Konferenz wird einberufen, auf der das Schicksal der Lehrerin verhandelt wird.

In drei Kapitel ist der Film eingeteilt. Während der dritte Teil die Konferenz, das Tribunal, den Prozess gegen die Lehrerin schildert, sie mit Eltern konfrontiert, die oft heuchlerisch und selbstgerecht agieren, bald auch kaum verhohlen antisemitisch und homophob, ist im ersten Teil Emi zu sehen, wie sie durch Bukarest geht. Corona prägt den Alltag, belastet die Psyche. Vielleicht deswegen kommt es zwischen Passanten zu Streits, kocht die Aggressivität hoch, werden sich immer wieder auch sexualisierte Beschimpfungen an den Kopf geworfen.
Allein auf die Pandemie sollte man dieses Verhalten jedoch nicht schieben, vielmehr scheint Radu Jude hier ein Bild einer modernen Gesellschaft zu zeichnen, die von zunehmendem Egoismus geprägt ist, in der Rücksichtsnahme ein Fremdwort ist, in der das gesellschaftliche Miteinander zunehmend verloren geht. Das Sexvideo der Lehrerin ist insofern nicht wirklich Thema des Films, sondern Auslöser für extreme Verhaltensweisen von Menschen der bürgerlichen Klasse.

Der zweite Teil des Films ist eine rund 25minütige Sequenz, in der in einer Art filmischem Lexikon 70 Einträge von A wie Armee bis Z wie Zen abgehandelt werden. Aus historischen Aufnahmen, Handybildern und kurzen Videoclips bestehen diese Einträge, die auf meist satirische, auch zynische Weise ein Bild der Gegenwart zeichnen, nicht nur, aber auch der rumänischen Gesellschaft.

(Michael Meyns, programmkino.de)

 Ausgezeichnet mit dem Goldenen Bären der 71. Internationalen Filmfestspiele Berlin 2021

Originaltitel:
Babardeala cu bucluc sau porno balamuc
 
Rumänien/Luxemburg/Tschechische Republik/Kroatien 2021, 106 Min.
Regie:
Radu Jude (Mir ist es egal, wenn wir als Barbaren in die Geschichte eingehen, Scarred Hearts - Vernarbte Herzen)
Drehbuch:
Radu Jude
Bildgestaltung:
Marius Panduru
Mit:
Katia Pascariu, Olimpia Mălai, Claudia Ieremia, Nicodim Ungureanu, Andi Vasluianu u.a.
FSK:
Ab 18 Jahre

Foto und Trailer zum Film

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Vorstellungen des Films

Poster des Films Bad Luck Banging or Loony Porn
Im Caligari:

Sa 31.07.2021

So 01.08.2021

Mo 02.08.2021

Di 03.08.2021

Mi 04.08.2021