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Poster des Films An Impossible Project

An Impossible Project

Beschreibung des Films und Credits

DOK-Premiere: Im Anschluss an die Vorstellung am 9. Februar findet ein Filmgespräch mit Regisseur Jens Meurer statt.
Moderation: Kay Hoffmann
In Kooperation mit dem Haus des Dokumentarfilms

Insta-Stories, Streaming, Fitness-Apps, E-Books und Twitter-Trends. Der Hype um die fast vollständige Digitalisierung unseres Lebens weicht einer zunehmenden Sehnsucht nach dem Echtem und Greifbarem. Digital Detox und Slow Food sind im Trend; Vinyl und analoge Fotografie, Handgeschriebenes und Selbstgemachtes feiern ein Comeback.
In seinem Dokumentarfilm lässt Jens Meurer Menschen zu Wort kommen, die schon die Wendung zum Analogen suchten, als andere sich noch den Verheißungen der nächsten iPhone-Generation hingaben. Wie der Held des Films, Florian „Doc“ Kaps, der 2008 sein gesamtes Vermögen riskierte, um mit einer kleinen Gruppe Idealisten die letzte Polaroid-Fabrik der Welt vor dem Aus zu retten – das “Impossible Project“. Ein beherztes Schwimmen gegen den Strom und der Versuch, sich aus dem Griff der Technologien zu lösen.

In einer technisierten Welt, die süchtig danach ist, immer schneller und besser zu werden, stoßen auch Charisma und Überzeugungskraft an Grenzen. Aber etwas verändert sich in der Gesellschaft. Auf der Suche nach Authentizität schwimmt eine Generation junger Menschen weltweit gegen den digitalen Strom. Sie sind sich einig: Digital adressiert immer nur zwei Sinne, Sehen und Hören. Doch Menschen haben fünf Sinne und die Vernachlässigung der anderen drei bleibt nicht folgenlos: die New York Times nannte es die „Tyrannei der Bequemlichkeit“. Analoges hingegen – Dinge, die man anfassen und erleben kann; Technik, die zum Denken anregt und entschleunigt – kann befreiend wirken. Der rohe Retro-Charme analoger Ausstattung, von Vintage-Kameras zu Fernsehgeräten, Büchern, Vinyl und Radio, ist nicht nur ein Trend – was plötzlich unmodern war, wird lebenswichtig. Oder um es in Docs Worten zu sagen: „Analog ist nicht Retro … Es ist eine Entscheidung, eine Wahl.“ Gerade in Zeiten von Trollen, Fake News und Informationsflut.

Auf analogem 35mm-Film gedreht (wie auch sonst), wurde der Original-Soundtrack des Films von einem 40-köpfigen Jazz-Orchester mit der Sängerin Haley Reinhart als Direktschnitt auf Platte aufgenommen. Die Titel im Film setzte und druckte der legendäre deutsche Gestalter und Schriftentwerfer Erik Spiekermann per Hand mit einer originalen Letterpress-Maschine.

„An Impossible Project“ ist eine Hommage an die Neugier und voll Humor. Der Film feiert die starke und nachhaltige Beziehung zwischen Mensch und Technik und erinnert uns daran, dass wir alle nicht nur einzigartig sind, sondern der Mensch das analogste Projekt von allen ist.

Zum Regisseur:
Die Karriere des Berliner Regisseurs und Produzenten Jens Meurer begann als lokaler Reporter und Fotograf bei einer Tageszeitung in Südafrika. Er studierte in Oxford, Paris und an der Columbia Graduate School of Journalism. Seine Arbeiten waren stets international geprägt, zunächst als Dokumentarfilmer in der Sowjetunion, Südafrika, Israel und den USA sowie später als Produzent in ganz Europa, den USA, Afrika und China.
Zu seinen Spielfilm-Produktionen zählen der Oscar-nominierte Film EIN RUSSISCHER SOMMER (2009), Paul Verhoevens BLACK BOOK (2006), sowie Sokurows RUSSIAN ARK (2002) und der von der Kritik gefeierte Film von Olivier Assayas, CARLOS – DER SCHAKAL, welcher 2011 einen Golden Globe gewann. Meurers erste Liebe war jedoch immer der Dokumentarfilm. 1995 wurde er für seine Arbeit als Dokumentarfilmer mit dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet.

 
BRD/Österreich 2020, 99 Min.
Regie:
Jens Meurer
Drehbuch:
Jens Meurer, Franziska Kramer
Bildgestaltung:
Bernd Fischer, Torsten Lippstock, Goran Pavicevic
Montage:
Michael Nollet
FSK:
Ohne Altersbeschränkung
 
Dokumentarfilm
 
Gedreht auf 35mm-Filmmaterial

Foto und Trailer zum Film

  • Foto aus An Impossible Project
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FSK: ab 0

Vorstellungen des Films

Poster des Films An Impossible Project
Im Caligari:

Mi 09.02.2022

Im Orfeo:

Mi 16.02.2022