KinoKult.de - Caligari-Kino, Luna Lichtspieltheater, Scala-Kino, Orfeo-Kino

Programmkinos in Ludwigsburg und Fellbach

Montag, 9. Dezember 2019

DOK-Premiere

Seit 2011 gibt es unsere Reihe DOK Premiere im Kino Caligari. Jeden Monat wird ein aktueller Dokumentarfilm gezeigt. Anschließend diskutieren die Macher mit dem Publikum. Die Bandbreite an Dokfilmen ist bewusst breit gehalten. Dies kommt gut an. Es geht um außergewöhnliche Filme und Themen, über die sich ein Gespräch lohnt. Zu Gast waren sowohl bekannte Filmemacher wie Michael Glawogger, Volker Koepp oder Samir, als auch junge Talente mit ihren Filmen. Manche Filme zeigen wir bereits vor ihrem Kinostart, andere sind sogar Team-Premieren einer Produktion.

Kuration und Moderation: Kay Hoffmann

In Zusammenarbeit mit dem Haus des Dokumentarfilms Stuttgart.

Dezember 2019

Erde

Foto aus dem FilmMehrere Milliarden Tonnen Erde werden durch Menschen jährlich bewegt – mit Baggern, Bohrern oder Dynamit. Nikolaus Geyrhalter beobachtet in seinem Dokumentarfilm in Minen und Steinbrüchen, an Großbaustellen und Kohleabbaugebieten die Menschen bei ihrem ständigen Bestreben, sich den Planeten untertan zu machen und sich seine Rohstoffe anzueignen: Eine Bestandsaufnahme der Menschheit als wichtigster Einflussfaktor auf die fundamentalen und unwiderruflichen Veränderungen ihres Heimatplaneten.

Mi 11. Dezember 2019 - 20:00 Uhr im Caligari-Kino Tickets buchen

Im Anschluss an die Vorführung findet ein Filmgespräch mit Regisseur Nikolaus Geyrhalter statt.

Österreich 2019, 121 Min. OmU
Regie, Kamera: Nikolaus Geyrhalter
In 4k-Bildauflösung und Dolby Atmos Ton

Foto des Regisseurs/der RegisseurinNikolaus Geyrhalter wurde 1972 in Wien geboren und ist Regisseur, Produzent und Kameramann. Schon früh spezialisierte er sich auf Dokumentarfilme. Er ist bekannt für seinen speziellen visuellen Stil mit festen, weiten und atemberaubenden Bildern, die er in der Regel selbst aufgenommen hat und in denen die Zuschauer ihre Entdeckungen machen können. Er denkt in Bildern und dies gibt seinen Filmen ihre Kraft. 1994 gründete er die Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion, die er seit 2003 mit seinen Partnern leitet. Besonders spezialisiert hat sich die Firma auf die Produktion von Kino- und Fernseh-Dokumentarfilmen mit ausgeprägter Autorenhandschrift. Programmkinobesuchern dürften seine Filme „Abendland“ (2011) und „Unser täglich Brot“ (2005) bekannt sein.

Oktober 2019

M. C. Escher - Reise in die Unendlichkeit

Foto aus dem FilmTreppen, die gleichzeitig aufsteigen und hinabgehen, um sich in einem Kreis zu verbinden. Figuren, die sich in 2D-Schablonen verwandeln, um wieder plastisch zu werden. Paradoxe Landschaften und surreale Stadtszenen. Metamorphosen, in denen sich Vögel zu Fischen und wieder zu Vögeln transformieren.
M. C. Eschers Werk fasziniert Millionen von Fans. Der niederländische Grafiker (1898-1972) inspiriert auch heute noch Filmemacher, Maler und Musiker gleichermaßen. Escher ist en vogue, eine Ikone der Kunstwelt.
Die ihm gewidmete Dokumentation lässt ihn anhand von Briefen, Tagebuchaufzeichnungen, Notizen und Vorträgen selbst zu Wort kommen. Ein faszinierendes Erlebnis und ein Einblick in das Schaffen eines der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts.

Mi 23. Oktober 2019 - 19:30 Uhr im Caligari-Kino

Im Anschluss an die Vorführung findet ein Filmgespräch mit Regisseur Robin Lutz statt.

Niederlande 2018, 81 Min.
Regie, Kamera: Robin Lutz
Buch: Marijnke de Jong, Robin Lutz
Sprecher: Stephen Fry
Englisch-sprachige Originalfassung mit dt. Untertiteln

Foto des Regisseurs/der RegisseurinNachdem er 16 Jahre lang in Frankreich gelebt und gearbeitet hatte, gründete Robin Lutz 1988 in den Niederlanden seine eigene Firma für kulturelle, audiovisuelle Produktionen. Die Firma legt ihren Fokus auf Dokumentarfilme, die bereits mehrfach mit nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet wurden.

September 2019

Das innere Leuchten

Foto aus dem FilmDemenz – eine Diagnose, die für die Betroffenen und ihre Angehörigen alles verändert. Die Erkrankung zu akzeptieren erscheint ebenso schwierig, wie ein angemessener Umgang mit ihr. Vielleicht geht es aber viel mehr um ein Mitfühlen, als um ein Verstehen?
Beobachtend erforscht der Film den Lebensalltag von Menschen mit Demenz in einer Pflegeeinrichtung und baut eine starke emotionale Nähe zu ihnen auf. Der Film wagt eine poetische Interpretation dieses besonderen Zustands und soll dazu beitragen, Ängste im Umgang mit Demenz abzubauen und jeden einzelnen als Menschen zu akzeptieren.

Mi 18. September 2019 - 19:30 Uhr im Caligari-Kino

Im Anschluss an die Vorführung findet ein Filmgespräch mit Regisseur Stefan Sick statt.

BRD 2019, 100 Min.
Regie, Buch: Stefan Sick
Kamera: Stefan Sick

Foto des Regisseurs/der RegisseurinStefan Sick wurde 1981 in Buxtehude geboren. Er studierte Bildgestaltung/Kamera an der Filmakademie Baden-Württemberg. Sein Diplomfilm „Closing Time“ unter der Regie von Nicole Vögele feierte beim Locarno Festival 2018 Premiere und gewann den Premio speciale della giuria Ciné+ in der Sektion Cineasti del presente.
Während seines Studiums war Stefan hauptsächlich für die Bildgestaltung bei kreativen Dokumentarfilmen verantwortlich und war mit seinen Arbeiten auf renommierten Filmfestivals auf der ganzen Welt vertreten. 2014 wurde er mit dem Preis für die “Beste Kamera” für „Nebel“ (Premiere: Berlinale) beim Sehsüchte Student Film Festival ausgezeichnet. Stefan arbeitet als freiberuflicher Kameramann und Filmemacher. „Das innere Leuchten“ ist sein Regiedebüt.

Juli 2019

Lord of the Toys

Foto aus dem FilmMax „Adlersson“ Herzberg aus Dresden, 20 Jahre alt, hat entschieden sein Leben nicht mit Arbeit zu verbringen. Seitdem referiert er über Messer und alle möglichen andere Produkte, öffnet Gangsta-Rap-Fanboxen, erzählt von sich selbst, besäuft sich in aller Öffentlichkeit, pöbelt und grölt herum, erniedrigt Schwächere, reißt derbe Witze und testet jede Grenze aus, die er sieht – Max ist YouTuber und lebt davon.
Ist Max ein gewaltverherrlichender Influencer mit rechten Tendenzen oder ein gewöhnlicher Heranwachsender auf der Suche nach Halt und Identität, in einer Zeit, in der die Grenzen zwischen Privatleben und Öffentlichkeit zunehmend verschwinden? Womöglich ist er beides, wahrscheinlich ohne sich dessen allzu bewusst zu sein.
Der Film begleitet Max und seine Clique einen Sommer lang und hinterlässt ein dystopisches Bild der ersten Generation junger Erwachsener, die ein Leben ohne Internet, YouTube und Instagram nicht kennen. Der Film portraitiert sie und untersucht die Welt, in der ihre Lebensmodelle gedeihen: den Westen im Allgemeinen und den deutschen Osten im Speziellen.

Mi 3. Juli 2019 - 19:30 Uhr im Caligari-Kino

Im Anschluss an die Vorstellung findet ein Filmgespräch mit den Filmemachern Pablo Ben Yakov und André Krummel statt.

BRD 2018, 95 Min.
Regie: Pablo Ben Yakov
Buch: Pablo Ben Yakov, André Krummel
Kamera: André Krummel
FSK: 16

Foto des Regisseurs/der RegisseurinPablo Ben Yakov wurde 1986 in Saarbrücken geboren. Kam als Kinderdarsteller für Film und Fernsehen zum Filmemachen. Arbeitete als Grafiker, Schnitt- & Produktionsassistent von 2008 - 2011. Arbeitet seit 2011 als freiberuflicher Editor und studiert seit 2013 Regie / Dokumentarfilm an der Filmakademie Baden-Württemberg. Lebt in Leipzig
André Krummel wurde 1989 in Sangerhausen geboren und wuchs in Hackpfüffel auf. Arbeitete von 2009 bis 2011 als Praktikant bei mehreren Film- und Fernsehproduktionen. Bei dem von Rosa von Praunheim produzierten Kino-Dokumentarfilm „Wie ich lernte, die Zahlen zu lieben” zeichnete er für den Schnitt verantwortlich. Seit 2013 studiert er an der Filmakademie Baden-Württemberg Dokumentarfilm-Regie. Er lebt in Berlin.

Juni 2019

Chris the Swiss

Foto aus dem FilmAnfang der 90er Jahre: Die Jugoslawienkriege hatten begonnen. Junge Männer aus ganz Europa nahmen teil. Am 7. Januar 1992 wurde in Kroatien ein Schweizer Journalist in der Uniform einer internationalen Söldnergruppe tot aufgefunden. Zwanzig Jahre später erforscht seine Cousine, die Regisseurin Anja Kofmel, die Hintergründe, um zu verstehen, warum diese Männer vom Krieg so fasziniert sind. Von ihrer Spurensuche in Kroatien erzählt sie in einer feinen Mischung aus Dokumentar- und Animationsfilm, inzwischen schon mehrfach preisgekrönt.

Mi 26. Juni 2019 - 19:30 Uhr im Caligari-Kino

Im Anschluss an die Vorstellung findet ein Filmgespräch mit der Regisseurin Anja Kofmel statt.

Schweiz/Kroatien/Finnland/BRD 2018, 90 Min.
Regie, Buch: Anja Kofmel
Kamera: Simon Guy Fässler
Animation: Simon Eltz, Serge Valbert

Foto des Regisseurs/der RegisseurinAnja Kofmel wurde 1982 in Lugano geboren. Zwischen 2005 und 2009 Studium der Animation an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Luzern. Seither unabhängige Animations- und Dokumentarfilmerin und Illustratorin. Zwischen 2015 und 2017 verbrachte sie die meiste Zeit in Kroatien und Deutschland, wo sie für „Chris the Swiss“ ein internationales Team von Animatoren leitete.

Mai 2019

Sunset over Hollywood

Foto aus dem FilmNördlich von Los Angeles, am Ende des Mulholland Drive, liegt das Altersheim Hollywoods. Hier verbringen die, die einst das Rückgrat der US-Filmindustrie bildeten, ihren Lebensabend: Große und kleine Stars ebenso wie die ganz Unbekannten, Schauspieler und Schauspielerinnen, Regisseure, Produzenten, Editoren, Masken- und Kostümbildner, Ton- und Kameraleute. Aber das Alter kann den Schaffensdrang der einstigen Hollywood-Heldinnen und -Helden nicht bremsen. Im hauseigenen Filmstudio drehen sie Filme, im gemeinsamen Workshop entwickeln sie Ideen, arbeiten an einer Fortsetzung von „Casablanca“ oder schreiben ihre Memoiren.
Der Filmemacher Uli Gaulke hat einige der illustren Ruheständler begleitet und erzählt von ihren Erinnerungen, Träumen und Hoffnungen diesseits und jenseits des Rampenlichts: Ein bewegender, höchst unterhaltsamer Film über Freundschaft, Kreativität und die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten der Liebe im nicht immer geradlinigen Drehbuch des Lebens.

Mi 29. Mai 2019 - 19:30 Uhr im Caligari-Kino

Im Anschluss an die Vorstellung findet ein Filmgespräch mit Regisseur Uli Gaulke statt.

BRD 2018, 101 Min.
Regie: Uli Gaulke, Agnes-Lisa Wegner
Buch: Uli Gaulke, Marc Pitzke
Kamera: Axel Schneppat
Schnitt: Andrew Bird
Originalfassung mit dt. Untertiteln

Foto des Regisseurs/der RegisseurinUli Gaulke wurde 1968 in Schwerin geboren. Nach dem Studium der Film- und Theaterwissenschaft an der FU Berlin studierte er von 1995 bis 2003 Regie an der Filmuniversität Babelsberg „Konrad Wolf“, seit 1999 arbeitet er als Regisseur und Autor. Gleich für seinen ersten langen Kinofilm „Havanna mi amor“ (2001) wurde er u.a. mit dem Deutschen Filmpreis – Bester Dokumentarfilm ausgezeichnet. Zu seinen weiteren Filmen zählen „Comrades in Dreams“ (2006 – Sundance Film Festival, Nominierung zum Grand Jury Prize), „As time goes by in Shanghai“ (2013), „Wacken – Louder than hell 3D“ (2014) und „Goodbye Gi“ (2015). Uli Gaulke gibt seit 2007 Masterclasses rund um die Welt, u.a. in Bolivien, Indien, Russland, Nordkorea, Vietnam, Hong Kong und Deutschland. Seit 2008 ist er Dozent für Regie und Storytelling im Dokumentarfilm an der Filmuniversität Babelsberg. 2018 war er Artist in Residence in Hong Kong.

April 2019

Scala Adieu …von Windeln verweht

Foto aus dem FilmIn Konstanz, der „Perle am Bodensee“, eröffnete 2017 die fünfte städtische Filiale der größten Drogeriemarktkette Europas: noch mehr Windeln, noch mehr Zahnpasta für die Anwohner und die Konsumtouristen aus der benachbarten Schweiz. Bis 2016 waren die Räumlichkeiten den Perlen der Filmkultur vorbehalten, denn hier residierte der „Scala Filmpalast“. Als Douglas Wolfsperger den magischen Ort der eigenen Kinosozialisation besucht, ist der Bürgerprotest gegen die drohende Schließung schon in vollem Gange. Der Filmemacher wird Zeuge des letzten Aufbäumens eines sterbenden Programmkinos, spricht mit glühenden Filmenthusiasten und nüchternen Stadtverwaltern über Schwund und Expansion, Lustgewinn und Handelszuwächse, undurchsichtige Interessen und günstige Geschäftslagen. Innenstädte und Kulturbegriffe verwandeln sich – in Konstanz und anderswo. Aber wer bestimmt, in was und für wen?

Mi 17. April 2019 - 19:30 Uhr im Caligari-Kino

Im Anschluss an die Vorstellung findet ein Filmgespräch zum Stellenwert der Programmkinos für die Stadtkultur statt.
Mit Regisseur Douglas Wolfsperger, Prof. Carl Bergengruen (Gf der Medien- und Filmgesellschaft) und Horst Fischer (Architektenkammer Baden-Württemberg)

BRD 2018, 83 Min.
Regie, Buch: Douglas Wolfsperger
Kamera: Frank Amann, Börres Weiffenbach

Foto des Regisseurs/der RegisseurinDouglas Wolfsperger wurde 1957 in Zürich als deutscher Staatsbürger geboren. Aufgewachsen am Bodensee, drehte er als Schüler erste Super8-Filme und begann nach dem Abitur ein Regiepraktikum beim Südwestfunk in Baden-Baden. 1982 Mitarbeit an Produktionen der Hochschule für Fernsehen und Film in München. 1985 drehte er seinen ersten eigenen Spielfilm „Lebe kreuz und sterbe quer“. 1992 entstand der Kino-Spielfilm „Probefahrt ins Paradies“ mit Christiane Hörbiger, Barbara Auer und Axel Milberg in den Hauptrollen. In den 1990er-Jahren realisierte Wolfsperger zahlreiche TV-Dokumentarfilme über die unterschiedlichsten Menschen und ihren Alltag. Im Kino folgte 2001 „Bellaria – So lange wir leben“, eine skurrile Liebeserklärung an das legendäre Wiener Programmkino und seine Besucher. „Die Blutritter“ (2003) portraitierte eine Männerwallfahrt in Oberschwaben, ein Panorama schwäbischer Geschlossenheit. 2008 löste „Der entsorgte Vater“ eine neue Debatte zum Thema Familienrecht und Familienrechtssprechung in Deutschland aus. In „Wiedersehen mit Brundibar„ portraitierte Wolfsperger 2014 eine Jugendtheatergruppe der Berliner Schaubühne und ihren Besuch im KZ Theresienstadt.

März 2019

Genesis 2.0

Foto aus dem FilmDer Film beobachtet den harschen und gefährlichen Alltag von sogenannten Mammutjägern auf einer extrem abgelegenen Inselgruppe im hohen Norden Sibiriens. Der auftauende Permafrost gibt nicht nur wertvolles Elfenbein frei, manchmal finden die Jäger auch ein fast vollständig erhaltenes Mammutkadaver mit Fell und Muskelgewebe. Solche Funde rufen hochtechnisierte amerikanische und südkoreanische Klonforscher auf den Plan auf der Suche nach Mammutzellen mit möglichst intakter DNA. Ihre Mission könnte Teil eines Science-Fiction Plots sein. Sie wollen das ausgestorbene Wollhaarmammut nach Jurassic-Park-Manier wieder zum Leben erwecken und auferstehen lassen. Und das ist nur der Anfang. Weltweit sind Biologen daran, das Leben neu zu erfinden. Sie wollen die Sprache der Natur lernen und Leben erschaffen nach dem Lego-Prinzip. Das Ziel der synthetischen Biologie ist es, komplette künstliche biologische Systeme zu erzeugen. Der Mensch wird zum Schöpfer.

Ein wahnwitziger dokumentarischer Science-Fiction-Thriller. Virtuos und bildgewaltig. (DOK.Fest München)

Mi 13. März 2019 - 19:30 Uhr im Caligari-Kino

Im Anschluss an die Vorstellung findet ein Filmgespräch mit Regisseur Christian Frei statt.

Schweiz 2018, 113 Min.
Regie: Christian Frei (War Photographer), Maxim Arbugaev
Kamera: Maxim Arbugaev, Peter Indergand
Dokumentarfilm

Foto des Regisseurs/der RegisseurinRegisseur und Produzent Christian Frei gilt als einer der innovativsten und überzeugendsten zeitgenössischen Dokumentarfilmer. Mit „War Photographer“ (2001) wurde er für einen Oscar nominiert und gewann für „Space Tourists“ (2009) den Preis für Beste Regie beim Sundance Film Festival. Die Zusammenarbeit mit Co-Regisseur Maxim Arbugaev sieht er als eine der besten Erfahrungen seiner Kariere.

Februar 2019

Die Geheimnisse des Schönen Leo

Foto aus dem FilmLeo Wagner war Mitbegründer der CSU und Bundestags-Abgeordneter in Bonn. Die vom Krieg geprägte Politiker-Generation erfüllte tagsüber ihre Pflicht an der politischen Front des Kalten Krieges, danach entspannte man sich im Kölner Nachtleben mit jungen Frauen und altem Champagner. Die Familien zuhause dienten oft nur mehr als Fassade. Bei Leo hatte der aufwendige Lebenswandel seinen Preis. Er verwickelte sich in dubiose Geschäfte und Stasi-Kontakte.
Sein Enkel, der junge Filmemacher Benedikt Schwarzer, legt nun die politischen und persönlichen Hintergründe eines der größten politischen Skandale der Bonner Republik frei.

Mi 20. Februar 2019 - 19:30 Uhr im Caligari-Kino

Im Anschluss an die Vorstellung findet ein Filmgespräch mit Regisseur Benedikt Schwarzer statt.

BRD 2018, 80 Min.
Regie, Buch: Benedikt Schwarzer
Kamera: Julian Krubasik
Dokumentarfilm

Foto des Regisseurs/der RegisseurinBenedikt Schwarzer: Geboren 1987 in Benediktbeuern. Zunächst freiberuflicher Fotoassistent und Fotodesigner im Bereich Werbung und Portrait. Regie- und Kameraassistent bei Dokumentar- und Spielfilmen. 2009 Gründung der Benedikt Schwarzer Filmproduktion. 2010 bis 2017 Studium Dokumentarfilmregie an der Hochschule für Fernsehen und Film München.

Januar 2019

Berlin Excelsior

Foto aus dem FilmDer Film beobachtet Bewohner aus dem Excelsior-Haus in Berlin-Kreuzberg, einem Mega-Wohnkomplex mit 514 Apartments samt Panorama-Restaurant auf dem Dach. Das einst größte Wohn- und Geschäftshaus der Stadt hat die besten Zeiten längst hinter sich. 1968 wurde der Stahlbetonbau in Sichtweite des Anhalter Bahnhofs aus dem Boden gestampft. Die großen Pläne mit Helikopter-Landeplatz und Schwimmbad verpufften schnell. Nun leben ganz normale Menschen in dem Hochhaus. Wie sie das tun, welche Träume und Ängste sie haben, das wird zum Objekt der dokumentarischen Begierde zweier junger Filmemacher. Mit empathischem Blick und unaufdringlicher Leichtigkeit begleiten sie ein paar Dutzend Mieter. Darunter schrullige Figuren, zickige Zeitgenossen sowie auch angenehme Mitmenschen. Ein kleiner Kosmos, ein vertikales Dorf in der Großstadt. Teilnehmende Beobachtung mit Herz, die auf sarkastische „Spiegel TV“-Attitüden verzichtet und auch visuell einige einfallsreiche Bilder zu bieten hat. (programmkino.de)

Mi 23. Januar 2019 - 19:30 Uhr im Caligari-Kino

Im Anschluss an die Vorstellung findet ein Filmgespräch mit den Filmemachern Erik Lemke und André Krummel statt.

BRD 2017, 91 Min.
Regie: Erik Lemke
Buch: Erik Lemke, André Krummel
Kamera: André Krummel
Schnitt: Erik Lemke

Foto des Regisseurs/der RegisseurinErik Lemke wurde 1983 in Dresden geboren. Er studierte von 2004 bis 2007 an der Staatlichen Universität für Film und Fernsehen in St. Petersburg bei Dmitri Sidorow Dokumentarfilmregie. Seinen Master legte er 2008 an der École Supérieure d’AudioVisuel in Toulouse ab. Nach einer Anstellung als Trickfilmanimator bei Balance Film in Dresden lebt er seit 2010 als selbstständiger Editor und Filmemacher in Berlin. „Berlin Excelsior“ ist sein Regiedebüt bei einem dokumentarischen Langfilm.
André Krummel wurde 1989 in Sangerhausen geboren und wuchs in Hackpfüffel auf. Arbeitete von 2009 bis 2011 als Praktikant bei mehreren Film- und Fernsehproduktionen. Bei dem von Rosa von Praunheim produzierten Kino-Dokumentarfilm „Wie ich lernte, die Zahlen zu lieben” zeichnete er für den Schnitt verantwortlich. Seit 2013 studiert er an der Filmakademie Baden-Württemberg Dokumentarfilm-Regie. Er lebt in Berlin.

Dezember 2018

#Female Pleasure

Foto aus dem FilmFünf mutige, kluge und selbstbestimmte Frauen stehen im Zentrum von Barbara Millers Dokumentarfilm. Sie brechen das Tabu des Schweigens und der Scham, das ihnen die Gesellschaft oder ihre religiösen Gemeinschaften mit ihren archaisch-patriarchalen Strukturen auferlegen. Mit einer unfassbar positiven Energie und aller Kraft setzen sich Deborah Feldman, Leyla Hussein, Rokudenashiko, Doris Wagner und Vithika Yadav für sexuelle Aufklärung und Selbstbestimmung aller Frauen ein, über jedwede gesellschaftliche sowie religiöse Normen und Schranken hinweg. Dafür zahlen sie einen hohen Preis – sie werden öffentlich diffamiert, verfolgt und bedroht, von ihrem ehemaligen Umfeld werden sie verstoßen und von Religionsführern und fanatischen Gläubigen sogar mit dem Tod bedroht.

Mi 12. Dezember 2018 - 19:30 Uhr im Caligari-Kino

Im Anschluss an die Vorstellung findet ein Filmgespräch mit Regisseurin Barbara Miller statt.

Schweiz/BRD 2018, 97 Min. OmU
Regie, Buch: Barbara Miller
Kamera: Jiro Akiba, Gabriela Betschart, Anne Misselwitz

Foto des Regisseurs/der RegisseurinBarbara Miller wurde 1970 in Zürich geboren. Jurastudium mit Lizenziat und Grundstudium in Filmwissenschaft, Philosophie und Psychologie an der Universität Zürich. Als Regieassistentin und Schnitt-Assistentin arbeitete sie zwei Jahre für Christian Frei am Dokumentarfilm „War Photographer“. Seit 2001 ist sie freischaffende Dokumentarfilmerin.

November 2018

Die Sonneninsel

Foto aus dem FilmWie lässt sich anhand eines Koffers mit Briefen, einer Handvoll Gedichte und einer Blechdose mit Schmalfilmen eine der außergewöhnlichsten Familiengeschichten des 20. Jahrhunderts rekonstruieren?
Einer der weltweit renommiertesten Filmwissenschaftler, Thomas Elsaesser, erweckt in seinem Essayfilm „Die Sonneninsel“ aus dokumentarischem und persönlichem Filmmaterial und Brieffragmenten den Geist des Auf- und Umbruchs der späten 20er und frühen 30er Jahre in Frankfurt und Berlin wieder zum Leben. Elsaesser erzählt die Geschichte seiner Großmutter, die mit dem bekannten Frankfurter Stadtarchitekten Martin Elsaesser (1884-1957) verheiratet war, aber mit dem unangepassten und idealistischen Gartenbauarchitekten Leberecht Migge eine Beziehung unterhielt. Weil die Kollegen befreundet, aber in ihrem beruflichen Streben unterschiedlich waren, erhellt der biografische Stoff zugleich ein Stück Architekturgeschichte: Elsaesser entwarf u.a. als Stadtbaudirektor in Frankfurt am Main die Großmarkthalle. Migge dagegen verwirklichte seine Ideen von nachhaltigem Landschaftsbau auf der Sonneninsel bei Berlin. Das Bildmaterial des Films stammt von Martin Elsaesser selbst, der mit privaten 8mm-Aufnahmen, Fotografien und Briefen die Geschehnisse rund um die Sonneninsel und damit die deutsche Zeitgeschichte während des zweiten Weltkriegs dokumentiert.

Do 15. November 2018 - 19:30 Uhr im Caligari-Kino

Im Anschluss an die Vorführung findet ein Filmgespräch mit Regisseur Thomas Elsaesser statt. Moderation: Kay Hoffmann.
Im Rahmen von Raumwelten – Plattform für Szenografie, Architektur und Medien

BRD 2017, 89 Min.
Regie: Thomas Elsaesser

Foto des Regisseurs/der RegisseurinThomas Elsaesser (* 1943 in Berlin-Charlottenburg) ist Filmwissenschaftler und Professor für Film- und Fernsehwissenschaften an der Universität von Amsterdam. Er ist ein wichtiger Vertreter der internationalen Filmwissenschaft, dessen Bücher und Essays zu Filmtheorie, Genretheorie, Hollywood, Filmgeschichte, Medienarchäologie und Neuen Medien, Europäischem Autorenkino und Installationskunst in mehr als 20 Sprachen erschienen sind. (Wikipedia)

Oktober 2018

Why are we creative?

Foto aus dem FilmDer Film nimmt die Zuschauer mit auf eine unterhaltsame und überraschende Odyssee in die Welt der Kreativität. Er basiert auf dem gleichnamigen Projekt des Regisseurs Hermann Vaske und ist eine einzigartige Reise durch die verschiedenen Facetten der Kreativität: künstlerisch, intellektuell, philosophisch und wissenschaftlich. Mit dabei sind Regisseure wie Wim Wenders und David Lynch, Musikerinnen und Musiker wie Björk und Bono, Künstlerinnen und Künstler wie Marina Abramović und Damien Hirst, Modemacherinnen wie Vivienne Westwood, Schauspielerinnen wie Angelina Jolie und Isabella Rossellini, Schauspieler wie Willem Dafoe, Sean Penn und John Cleese, Staatsmänner wie Nelson Mandela und Mikhail Gorbatschow, Wissenschaftler wie Stephen Hawking, religiöse Führer wie der Dalai Lama und Gesamtkunstwerke wie David Bowie.
Alles in allem hat Vaske in 30 Jahren Kreativgespräche mit über 50 Nobel- und Oscarpreisträgern geführt. Ein Who is Who der besten Kreativen der Welt. Was treibt sie an, ihre Ideen in Werke umzusetzen?

Mi 24. Oktober 2018 - 19:30 Uhr im Caligari-Kino

Im Anschluss an die Vorstellung findet ein Filmgespräch mit Regisseur Hermann Vaske statt.

BRD 2018, 85 Min.
Regie, Buch: Hermann Vaske (Arteholic, Dennis Hopper: Hollywoods Uneasy Rider, Die Kunst des Fußballs)

Foto des Regisseurs/der RegisseurinHermann Vaske studierte an der Universität der Künste Berlin, gefolgt von einem Studium der Filmregie am American Film Institute in Los Angeles. Nach einer Tätigkeit als Kreativdirektor bei einer großen Werbeagentur in London gründete er in Frankfurt am Main die Produktionsfirma Hermann Vaske's Emotional Network, mit der er zahlreiche Werbekampagnen sowie Dokumentationen und Reportagen realisierte. (filmportal.de)
Als Regisseur arbeitete er u.a. mit Schauspielern wie Dennis Hopper, Harvey Keitel, Peter Ustinov und John Cleese. Er ist Grimme-Preisträger und wurde mit mehr als 100 Preisen ausgezeichnet, u.a. mehreren Cannes Lions und Clios. Die Frage „Why Are We Creative?” beschäftigt ihn seit 30 Jahren, in denen er die ganze Welt bereist hat, um von den bedeutendsten Kreativen der Welt zu erfahren, was sie antreibt.

Oktober 2018

Shut Up and Play the Piano

Foto aus dem FilmChilly Gonzales ist preisgekrönter Komponist, Klaviervirtuose und Entertainer. Er stellt Rap und Elektronik ganz selbstverständlich neben Kammermusik und ist der unverschämte Pop-Performer, der ungebeten in Bademantel und Pantoffel im Elfenbeinturm der Klassik abhängt. Als exzentrischer Musiker ist er Inspirationsquelle für so unterschiedliche Künstler wie Feist, Jarvis Cocker, Peaches, Daft Punk und Drake. Veränderung ist die einzige Konstante in Gonzales‘ künstlerischem Output. Jedes Mal, wenn sein Publikum glaubt, ihn durchschaut zu haben, vollzieht er einen radikalen Stilwechsel und bricht mit Erwartungen.
Der Kino-Dokumentarfilm folgt Gonzales von seiner Heimat Kanada in den Berliner Underground der späten Neunziger und über Paris in die Konzerthäuser der Gegenwart.

So 7. Oktober 2018 - 16:30 Uhr im Scala-Kino

Im Anschluss an die Vorstellung findet ein Filmgespräch mit Regisseur Philipp Jedicke statt.

BRD/GB 2018, 85 Min.
Regie, Buch: Philipp Jedicke
Kamera: Marcel Kolvenbach, Marcus Winterbauer

Foto des Regisseurs/der RegisseurinPhilipp Jedicke ist als Autor, Online-Redakteur und Rechercheur für öffentlich-rechtliche Sender, internationale Filmproduktionsfirmen, Websites und Magazine tätig. Im Fokus seiner Arbeit stehen Musik und Kultur. Seine Arbeiten sind u.a. beim WDR, ARTE, der Deutschen Welle, dem SWR und der Süddeutschen Zeitung erschienen. Er hat in Kanada und Frankreich gelebt und seit 2001 in Köln eine Heimat gefunden. „Shut Up and Play the Piano“ ist seine erste Regiearbeit.

Juli 2018

Vom Bauen der Zukunft - 100 Jahre Bauhaus

Foto aus dem FilmVor beinahe hundert Jahren wurde eine radikale künstlerische Utopie in die beschauliche Stadt Weimar hineingeboren: Das Bauhaus. Ihre Auswirkungen prägen unsere Lebenswelt bis heute. Vor dem Hintergrund des 100. Bauhaus-Jubiläums erzählt der Dokumentarfilm nicht nur Kunst-, sondern Zeitgeschichte.
Er geht zurück zu den Anfängen der ersten Bauhaus-Gruppe um Walter Gropius, deren Ausbildungskonzept zwischen Feiern und Forschen revolutionär war. Vom Bauhaus als gesellschaftlicher Utopie ausgehend fragen die Regisseure Niels Bolbrinker und Thomas Tielsch nach ihrer Evolution, ihrem Wandel und ihrer Inspirationskraft im Lauf der letzten hundert Jahre. Wie können die Ideen des Bauhaus den Herausforderungen des globalen Kapitalismus und seiner Umwälzung der Wohnungsmärkte begegnen? Ihr Film macht uns zu staunenden und begeisterten Flaneuren zwischen den Räumen der Moderne, die jegliches Gestalten fortan mit völlig anderen Augen sehen werden.

Mi 4. Juli 2018 - 19:30 Uhr im Caligari-Kino

Im Anschluss an die Vorstellung findet ein Filmgespräch mit Regisseur Niels Bolbrinker statt.

BRD 2018, 94 Min.
Regie, Buch: Niels Bolbrinker, Thomas Tielsch
Kamera: Niels Bolbrinker
Dokumentarfilm

Foto des Regisseurs/der RegisseurinNiels Bolbrinker wurde 1951 in Hamburg geboren. Studium der Fotografie an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg und an der Fachschule für Optik und Fototechnik in Westberlin, Abteilung Filmtechnik. Kameraassistent bei dem Bauhausschüler und Kulturfilmregisseur Alfred Ehrhardt in Hamburg. 1978 Mitbegründer der Wendländischen Filmkooperative.
Größere Bekanntheit erlangte Niels Bolbrinker als Regisseur und Kameramann gesellschaftskritischer Dokumentarfilme wie SCHADE, DASS BETON NICHT BRENNT (1981), NOTIZEN AUF DEM WEG ZUM ÜBERWACHUNGSSTAAT (1983) oder ZWISCHENZEIT (1985), für den er den Preis der deutschen Filmkritik erhielt. In DIE WIRKLICHKEIT KOMMT (2014) thematisiert er Angst und Paranoia der modernen Informationsgesellschaft zwischen Big Data und NSA-Skandal.
Doch auch die weltberühmte Architekturbewegung begeistert Bolbrinker schon lange. 1999 realisierte er gemeinsam mit Kerstin Stutterheim die Dokumentation BAUHAUS – MYTHOS DER MODERNE, die mit dem Liliane Stewart Award for Design Arts ausgezeichnet wurde.

Juni 2018

Sympathisanten - Unser deutscher Herbst

Foto aus dem FilmNach den friedlichen Demonstrationen Ende der 1960er Jahren wendete sich das Blatt: Erst flogen Steine, dann Molotowcocktails, dann fielen tödliche Schüsse. Ein Land in Aufruhr: die Bundesrepublik in den 1970er Jahren. Künstler, linksliberale Intellektuelle, Hochschullehrer, Journalisten und Geistliche gerieten als vermeintliche geistige Wegbereiter des RAF-Terrorismus ins Fadenkreuz von Polizei, Presse und Politik. Sie wurden alle als „Sympathisanten“ bezeichnet, eine Wortschöpfung der damaligen Zeit, ein von den Medien erfundener und diskriminierender Begriff. Springer-Zeitungen wie „Bild“ und „Welt“ bezeichneten sie als das „Reservistenheer des Terrorismus“, mitverantwortlich für Bomben, Morde und Gewalttaten. SPD-Bundeskanzler Helmut Schmidt warnte, wer mit Terroristen liebäugle, mache sich mitschuldig. Der Schriftsteller und Literatur-Nobelpreisträger Heinrich Böll beklagte ein Klima des Denunziantentums und der Hexenjagd, in dem kein Intellektueller mehr arbeiten könne.
Auch die Eltern von Regisseur Felix Moeller, seine Mutter Margarethe von Trotta und sein Stiefvater Volker Schlöndorff, wurden zu den Sympathisanten gezählt. Beide haben sich in ihren Filmen intensiv mit dem Thema Terrorismus und den Motiven von Radikalisierung und Gewalt der Protestgeneration auseinandergesetzt. Viele ihrer Arbeiten gelten heute national wie auch international als Hauptwerke des politischen Kinos in Deutschland.

Felix Moellers Film erzählt in eindringlichen, emotionalen Bildern, kombiniert mit zeitgenössischen Dokumenten und in Gesprächen mit von Trotta, Schlöndorff, Marius Müller-Westernhagen, René Böll und anderen Zeitgenossen von dieser Epoche, als prominente Künstler, Hochschullehrer und Intellektuelle als Sympathisanten des Terrors bezeichnet wurden.

Mi 6. Juni 2018 - 19:30 Uhr im Caligari-Kino

Im Anschluss an die Vorführung findet ein Filmgespräch mit Regisseur Felix Moeller statt.

BRD 2018, 110 Min.
Regie: Felix Moeller (Verbotene Filme, Harlan - Im Schatten von Jud Süß)
Buch: Felix Moeller
Kamera: Kumaran Herold, Börres Weiffenbach
Dokumentarfilm

Foto des Regisseurs/der RegisseurinFelix Moeller ist als Autor, Regisseur und Produzent tätig. Der promovierte Historiker arbeitete als Researcher und historischer Berater bei zahlreichen Spiel- und Dokumentarfilmen, u.a.: „Die Macht der Bilder: Leni Riefenstahl“ (1992), „Marlene Dietrich – Her own song (2001), „Rosenstraße“(2003), „Hannah Arendt“ (2012). Zahlreiche Publikationen zu Geschichte und Filmgeschichte, Mitglied der Deutschen Filmakademie sowie Gründungsmitglied und Vorstandsmitglied von „Moving History – Festival des historischen Films Potsdam“.

Mai 2018

Auf der Jagd - Wem gehört die Natur?

Foto aus dem FilmWem gehört die Natur? Den Tieren? Den Menschen? Oder sollte sie einfach sich selbst überlassen sein?
Eine Frage, die komplexer ist, als sie zunächst scheinen mag. Auf der Suche nach einer Antwort führt Alice Agneskirchners Dokumentarfilm in einen faszinierenden Mikrokosmos: den deutschen Wald. Bilder von großer Schönheit zeigen eine archaische Welt mitten im Herzen der Zivilisation, die nicht mehr in die Zeit zu passen scheint. In den bayerischen Alpen begegnet der Film röhrenden Hirschen und Gämsen, in den Wäldern Brandenburgs Wölfen, die sich dort nach langen Jahren der Abwesenheit wie auch im Rest von Deutschland wieder angesiedelt haben. Die Menschen teilen ihren Lebensraum mit diesen und vielen anderen Wildtieren – doch wer bestimmt über das Zusammenleben? Wer gibt vor, dass sie – und wie viele von ihnen – gejagt werden dürfen? Und müssen sie überhaupt gejagt werden? Welche Folgen hätte es, wenn sich die 1,2 Millionen Rehe und 600.000 Wildschweine, die jedes Jahr in Deutschland geschossen werden, zusätzlich frei in Wald und Natur ausbreiten würden? Der Film lässt Jäger, Förster, Waldbesitzer, Wildbiologen, Tierschützer, Bauern und Forstbeamte zu Wort kommen – und zu ganz unterschiedlichen Ansichten.

Do 17. Mai 2018 - 19:30 Uhr im Caligari-Kino

Im Anschluss an die Vorstellung findet ein Filmgespräch mit Regisseurin Alice Agneskirchner statt.

BRD 2018, 100 Min.
Regie, Buch: Alice Agneskirchner
Kamera: Johannes Imdahl
Dokumentarfilm
FSK: 6

Foto des Regisseurs/der RegisseurinSeit ihrem Studienabschluss an der Hochschule für Film- und Fernsehen „Konrad Wolf" in Potsdam Babelsberg ist Alice Agneskirchner (Jahrgang 1966) vorrangig im Dokumentar-, Image- und Werbefilmbereich als Regisseurin und Autorin tätig. Ihre Arbeiten finden auch international Beachtung – so erhielt sie für ihre Dokumentarfilm „Rauliens Revier“ beim International Chicago Film Festival einen Golden Hugo. Agneskirchner ist seit 2011 Mitglied der Deutschen Filmakademie. Sie erhielt 2015 ein dreimonatiges Gaststipendium der Villa Aurora in Los Angeles, wo sie u.a. am Drehbuch zu „Auf der Jagd“ arbeitete.

April 2018

Wildes Herz

Foto aus dem FilmEin kleines Dorf in den Weiten Mecklenburg-Vorpommerns. Geprägt vom politischen Wandel der letzten Jahrzehnte ist hier eine Band entstanden, die etwas zu sagen hat und das sehr laut. Feine Sahne Fischfilet um Jan „Monchi“ Gorkow ist heute eine der erfolgreichsten Punkbands in Deutschland und in den Augen des Staates „Vorpommerns gefährlichste Band“. Sie sorgt dafür, dass die Wüste weiterlebt und Mecklenburg-Vorpommern noch nicht komplett im Arsch ist. Mit funkelnder Radikalität stellen sich die sechs Musiker gegen Nazis, Leerstand und Wendeverliererfrust. Ihre Musik ist wie der Berserker unter den deutschen Bands, voller Aufruhr und so kompromisslos wie Poesie nur sein kann.
In der Idylle Vorpommerns ist Jan Gorkow in den neunziger Jahren direkt in die gesellschaftliche Leere hineingewachsen, die sich dort immer breiter machte. Der Schauspieler und gebürtige Mecklenburger Charly Hübner erzählt in seinem Film die Geschichte dieses jungen und wilden Lebens zwischen stürmischem Punk-Furor und energischem Lokalpatriotismus, zwischen Rock am Ring und wellenschlagender Wahlkampftour.

Mi 18. April 2018 - 19:30 Uhr im Caligari-Kino

Im Anschluss an die Vorstellung findet ein Filmgespräch mit Regisseur Charly Hübner statt.

BRD 2017, 94 Min.
Regie, Buch: Charly Hübner, Sebastian Schultz
Kamera: Martin Farkas, Roman Schauerte
Dokumentarfilm

Foto des Regisseurs/der RegisseurinCharly Hübner war nach seiner Schauspielausbildung an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch zunächst am Theater zu sehen, am Schauspiel Frankfurt am Main, am Theater am Turm Frankfurt sowie mit einem Gast-Engagement an der Schaubühne in Berlin. 2003 begann er mit Film und TV. Sein Kinodebüt gab er in Sherry Hormanns Komödie „Männer wie wir“. Richtig bekannt wurde er 2006 durch seine Rolle im Spielfilm „Das Leben der Anderen“. Er spielte in Robert Thalheims „Eltern“, in Detlev Bucks „Bibi und Tina“ und bekam 2015 den Grimme Preis für seine Rolle in Christian Schwochows TV-Tragikomödie „Bornholmer Straße“. 2017 war er der Karl Schmidt in Sven Regeners „Magical Mystery“. „Wildes Herz“ ist sein Regiedebüt.

März 2018

Kevin Roche – Der stille Architekt

Foto aus dem FilmDer irisch-amerikanische Architekt Kevin Roche hat in seinem Feld alles erreicht: Er hat wegweisende Gebäude wie die Ford Fondation, den Ausbau des Metropolitan Museum of Art und das Oakland Museum of California entworfen, wurde bereits 1982 mit den Pritzker-Preis ausgezeichnet, der höchsten Ehrung für einen lebenden Architekten, und hat mit seinem humanistischen Stil die Art verändert, wie heute über Bauwerke gedacht wird. Dabei hat er scheinbar keinerlei Interesse am eigenen Ruhm und dem Label "Stararchitekt", mit dem ihm die Fachwelt seit Jahrzehnten feiert. Und trotz seines hohen Alters von 95 denkt er gar nicht daran, sich zur Ruhe zu setzen.
Mark Noonans Dokumentarfilm portätiert Kevin Roche als einen bescheidenen und tief in sich ruhenden Architekten, der sein Leben lang den Menschen in den Mittelpunkt seiner Arbeit gestellt hat. Neben Roche, der charmant und gewitzt über sein Leben und Werk erzählt, kommen Weggefährten, Kollegen, Klienten und Kusthistoriker zu Wort. Schwebende Aufnahmen seiner wichtigsten Bauwerke illustrieren Roches zentrales Credo, nach dem Architektur vor allem einem Ziel folgen sollte: Gemeinschaft für eine demokratische Gesellschaft zu schaffen.

Mi 21. März 2018 - 19:30 Uhr im Caligari-Kino

Im Anschluss an die Vorführung findet ein Filmgespräch statt.
Leider hat uns Regisseur Mark Noonan seine Teilnahme kurzfristig abgesagt.
In Zusammenarbeit mit der Architektenkammer Baden-Württemberg, Kammergruppe Ludwigsburg

Kevin Roche: The Quiet Architect
Irland 2017, 82 Min. OmU
Regie: Mark Noonan
Dokumentarfilm

Februar 2018

Playing God

Foto aus dem FilmDer 11. September, Agent Orange, die BP Ölkatastrophe – wann immer in den USA eine große Katastrophe Menschen verzweifeln lässt, wird er gerufen: Ken Feinberg, Amerikas berühmtester Entschädigungsspezialist. Er bestimmt, was Opfer oder Hinterbliebene an Geld bekommen, entscheidet über den monetären Wert von Menschenleben und wird dafür bewundert und gehasst. Der Film zeigt mehr als nur die Geschichte eines bisweilen allmächtig wirkenden, aber immer scharfsinnigen, charismatischen Akteurs: Was passiert innerhalb unserer westlichen Wertesysteme, wenn Wirtschaftsinteressen und persönliche Schicksale durch Tragödien ineinander greifen?

Mi 14. Februar 2018 - 19:30 Uhr im Caligari-Kino

Im Anschluss an die Vorstellung findet ein Filmgespräch mit Regisseurin Karin Jurschick statt.

BRD 2017, 90 Min. OmU
Regie: Karin Jurschick
Buch: Karin Jurschick, Birgit Schulz
Dokumentarfilm

Foto des Regisseurs/der RegisseurinKarin Jurschick, Jahrgang 1959, war Mitbegründerin des Internationalen Frauenfilmfestivals Feminale. Sie arbeitete als Kulturredakteurin und als Hörfunk- und Fernsehautorin für den WDR. Seit 2000 dreht sie lange, mehrfach preisgekrönte Dokumentarfilme, darunter 2016 „Krieg & Spiele“, der sich mit der Entwicklung autonomer Systeme und Fragen nach der Künstlichen Intelligenz beschäftigt. Seit 2017 ist sie Professorin für Dokumentarfilm an der Hochschule für Fernsehen und Film in München.

Januar 2018

Wer war Hitler

Foto aus dem FilmSeit über 70 Jahren ist Adolf Hitler tot. Und doch ist er in TV-Dokumentationen ungebrochen präsent. Auch unzählige Bücher beschäftigen sich mit ihm als Sujet. Nun hat Hermann Pölking die historische Figur Adolf Hitler untersucht, analysiert und sein Leben für einen Kino-Dokumentarfilm aufgearbeitet. In insgesamt 14 Kapiteln erzählt Pölking chronologisch Hitlers Leben nach. Mehr als 120 Archive hat er dafür ausgewertet, mehr als 850 Stunden Film gesichtet. Zu Wort kommt Hitler selbst, verkörpert von Jürgen Tarrach als Sprecher, sowie über 125 Zeitzeugen, die Pölking durch Tagebucheinträge, Briefe, Schriften und Reden sprechen lässt. Der Kommentar erfolgt strikt auf der Tonebene, die Bildebene wird konsequent bestimmt von historischem Archivmaterial und Originalaufnahmen. Die umfassende Recherche, die dem Film vorausging, beeindruckt durch ihre sorgfältige Aufbereitung und Montage und ermöglicht dem Zuschauer nicht nur einen umfassenden Blick auf eine historische Figur, sondern auch auf die Zeit, in der Hitler lebte und durch sein Tun auch wirkte. Dies macht „Wer war Hitler“ neben einer umfassenden und viele Lücken schließenden Biografie auch zu einer faszinierenden Gesellschaftsstudie Deutschlands und Europas von 1895 bis 1945. (FBW)

Mi 17. Januar 2018 - 19:30 Uhr im Caligari-Kino

Im Anschluss an die Vorstellung findet ein Filmgespräch statt mit Regisseur Hermann Pölking und Prof. Dr. Gerhard Hirschfeld, Historiker Universität Stuttgart und NS-Experte

BRD 2017, 196 Min.
Regie, Buch: Hermann Pölking
Dokumentarfilm
Sprecher: Jürgen Tarrach, Sabine Falkenberg, Gabriele Blum, Michael Pundt, Heidi Jürgens
FSK: 12

Foto des Regisseurs/der RegisseurinHermann Pölking, geboren 1954, lebt in Bremen und Berlin. Ab 1974 Studium der Publizistik in Berlin (West) und dort bis 1979 Tätigkeit im politischen Volkstheater. Ab 1979 Gesellschafter und Mitarbeiter bei „Elefanten Press“, später Lektor, Herausgeber und Autor von Büchern zur Geschichte des 20. Jahrhunderts, zur Technikgeschichte und Alltagskultur. Pölkings Spezialgebiet ist seit dieser Zeit die Geschichte deutscher Länder.
1998 Beginn des Projekts „Zeitreise Deutschland“. Im Rahmen dieses Projekts wurden zahlreiche historische Filmquellen aus lokalen und regionalen Archiven, bei Unternehmen, Verbänden und Privatpersonen zusammengetragen und auf dieser Basis seither über 30 Filmchroniken zu historischen deutschen Ländern und Regionen produziert.
2005 Start des Projektes „Die Deutschen 1815 bis heute“, das in zwölf Filmfolgen und vier illustrierten Büchern die deutsche Geschichte vom Kaiserreich bis zur Gegenwart auf 2.500 Seiten, vor allem aber aus historischen Filmquellen und Fotografien in 18 Stunden erzählt.