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Mittwoch, 12. Dezember 2018

Utøya 22. Juli

Foto aus Utøya 22. Juli

Am 22. Juli 2011 werden 500 Jugendliche in einem Ferienlager auf der Insel Utøya von einem schwer bewaffneten Attentäter überfallen – ein Trauma, das Norwegen bis heute tief erschüttert. Um dem Täter die Bühne zu nehmen, stellt Regisseur Erik Poppe die Opfer in den Mittelpunkt seines Spielfilms. Konsequent aus ihrer Sicht inszeniert und in einer einzigen Einstellung gedreht, gelingt ihm eine atemlose Rekonstruktion des Geschehens von ergreifender Wucht. „Utøya 22. Juli“ bleibt ganz nah bei seiner Hauptfigur Kaja – grandios verkörpert von Nachwuchstalent Andrea Berntzen, deren intensives Spiel uns in den Bann zieht und nicht mehr loslässt. Ein Film gegen das Vergessen und die Sprachlosigkeit.

Die Ereignisse stellt Erik Poppe minutiös nach – nicht mehr und nicht weniger. Das ist gleichermaßen bewusst zurückhaltend, aber auch ausweichend und wirft bei aller technischen Qualität am Ende die Frage auf, ob dies die richtige Art ist, einen solchen Anschlag filmisch umzusetzen. (programmkino.de)

Poppe hat es genau auf diesen Effekt abgesehen: auf das Spürbarmachen von Angst, Ohnmacht und Panik, auf die extrem eingeengte Perspektive, die dem realen Empfinden der Betroffenen vermutlich sehr nahe kommt (…) Kaja wird derweil zur letzten Horror-Heroine, die im Wald ihren Überlebenskampf führt. So schleicht sich nach und nach ein stilistischer Zynismus in den Film ein, der den eigenen Anspruch an Authentizität und Seriosität unterläuft.
Kein Wunder, dass Erik Poppes ­Rekonstruktion des Blutbads auf der Berlinale für Kontroversen sorgte: Das ­minutiöse Protokoll ist ebenso ­eindringlich wie formal fragwürdig. (Frank Schnelle in epd film)

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Norwegen 2018, 98 Min.
Regie:
Erik Poppe (Ein Mann von Welt, Mein Freund Knerten, Troubled Water)
Drehbuch:
Erik Poppe
Kamera:
Martin Otterbeck
Darsteller:
Andrea Berntzen, Elli Rhiannon Müller Osborne, Aleksander Holmen u.a.
FSK:
Ab 12 Jahre

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