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Mittwoch, 20. Februar 2019

Das Mädchen, das lesen konnte

Foto aus Das Mädchen, das lesen konnte

1851: Die südfranzösische Bäuerin Violette Ailhaud lebt in einem abgelegenen Bergdorf in der Provence. Wie ihre Freundinnen, ist sie im heiratsfähigen Alter, als plötzlich die Auswirkungen der großen Politik unmittelbar Einzug im Dorf halten: alle Männer des Ortes werden von Louis Napoléons Soldaten verschleppt, als dieser die 2. Republik stürzt, um sich als Napoléon III. zum Kaiser der Franzosen zu krönen. Mit vereinten Kräften gelingt es den zurückgebliebenen Frauen, die Arbeiten des Jahreslaufs zu bewältigen. Trotz der Sorge um die verlorenen Männer, sind die Frauen stolz auf ihre Unabhängigkeit. Nach einem Jahr vergeblichen Wartens auf ein Lebenzzeichen der Männer fassen Violette und ihre Freundinnen einen Entschluss: Wenn eines Tages ein Mann ins Dorf kommt, soll er für alle Frauen da sein, damit das Dorf weiter existieren kann.

Der Film erzählt eine utopische, archaische Geschichte von einer engen Verbundenheit weiblicher Schaffens- und Schöpfungskraft mit den Zyklen der Natur, in dem die Männer eigentlich nur stören, wenn sie sich nicht in dieses Grundprinzip weiblicher Harmonie mit der Natur einordnen. So schafft es der Film mit frühfeministischen Themen zu beginnen, in denen die Frauen die Rollen der abwesenden Männer übernehmen, was zum Beispiel auch das Vermitteln von Bildung angeht. Er weist aber gleichzeitig weit darüber hinaus, in dem er eine matriarchalische Welt aufblitzen lässt, in der Männer sich mit einer gleichberechtigten Rolle als Arbeitspartner und Geschlechtspartner zufrieden geben.

Mit minimalistischen, aber sinnlichen Bildern wird dieses französische Drama über ein kriegsversehrtes Frauendorf, in das ein Unbekannter gerät, zu einer Studie über Begehren und Überlebenswillen von Frauen. (epd film)

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Originaltitel:
Le Semeur
 
Frankreich 2017, 99 Min.
Regie:
Marine Franssen
Drehbuch:
Marine Franssen
Kamera:
Alain Duplantier
Darsteller:
Pauline Burlet, Géraldine Pailhas, Alban Lenoir, Iliana Zabeth u.a.
FSK:
Ab 12 Jahre

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