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Programmkinos in Ludwigsburg und Fellbach

Sonntag, 05. September 2010

20. Fellbacher

Sommernachts Open-Air-Kino

14. bis 21. August 2010
im Rathaus-Innenhof Fellbach

Foto vom Open-Air-Kino

Samstag, 14. August 2010 - 21.15 Uhr

Die Friseuse

Foto aus dem Film

Doris Dörrie inszenierte ihren neuen Film in Berlin. Es ist die amüsant bewegende Geschichte einer in doppelter Hinsicht starken Frau, die mit Wucht und Würde für ein besseres Leben kämpft.

Ihre DDR gibt es nicht mehr. Ihr Mann, ihr Job, ihr Haus im Grünen sind auch weg. Die arbeitslose Friseuse Kathi lebt mit Tochter Julia in einer Plattenbausiedlung in Berlin-Marzahn. Sie will arbeiten, doch man lässt sie nicht. Eine sicher geglaubte neue Stelle im Friseursalon eines großen Einkaufcenters bleibt ihr verwehrt. Denn Kathi ist dick – sehr dick – und deshalb „nicht ästhetisch“. Das meint zumindest die Salonchefin Frau Krieger. So leicht lässt sich die resolute Kathi aber nicht abspeisen. In einem leer stehenden Asia-Imbiss neben dem Salon Krieger will sie ihren eigenen Friseurladen eröffnen. Es beginnt ein Kampf gegen Behörden, Banken und Berater. Auf dem langen Weg zum erhofften Glück begegnen ihr Menschen, die attraktive Friseuse Silke, der halbseidene Schleuser Joe und der liebenswerte Vietnamese Tien.

Doris Dörrie präsentiert eine schrille und lebenslustige Hauptfigur, die es fertig bringt, sich trotz vieler Schicksalsschläge immer wieder aufzuraffen und ihren Traum nicht aufzugeben. Der sympathische Film glänzt in erster Linie durch die Entwicklungen der Charaktere, der gut beobachteten Mutter-Tochter-Beziehung und der einfallsreichen Geschichte mit vielen Wendungen und Überraschungen. Ein Film mit Herz und Verstand. (FBW) BRD 2010, 108 Min.
Regie: Doris Dörrie (Kirschblüten, Nackt, uva.).
Mit Gabriela Maria Schmeide, Natascha Lawiszus, Kim Ill-Young, Christina Große, Rolf Zacher, Maria Happel, Maren Kroymann u.a.
FSK: o.A.

Kurzfilm: Girl Power

Eigentlich sollte es kein Problem sein, ein Fahrrad mitzunehmen, aber ein kleines Transportproblem kann sich schnell in ein großes verwandeln. Der Film beweist, dass eine kleine List viel einbringen kann, besonders wenn man eine Frau in einem gewissen Alter ist.
Schweden 2004, 3:45 Min. Kurzspielfilm von Per Carleson.

Sonntag, 15. August 2010 - 21.15 Uhr

Wüstenblume

Foto aus dem Film

Die Lebensgeschichte von Waris Dirie ist ein modernes Märchen. Als kleines Mädchen nach afrikanischem Ritus wurde sie beschnitten, entgeht der Zwangsverheiratung mit 13 Jahren nur durch die Flucht von zu Hause und kommt durch glücklichen Zufall nach London, wo sie in der somalischen Botschaft Arbeit bekommt. Einige Jahre später wird sie als Fotomodell weltberühmt. Ihre Autobiographie wurde zum Bestseller und ein derart märchenhafter Stoff mit den Gegensätzen der glamourösen Modebranche und der traurigen Kindheit der Protagonistin taugt dementsprechend auch für großes Kino.

Nicht spektakulär, sondern zurückhaltend ist dieses Porträt einer psychisch zerrissenen Frau, hinter dem Hochglanzlook der Modelwelt liegt ein Labyrinth des Schmerzes, das Wissen um die körperliche und daraus folgend die seelische Verstümmelung. (blickpunkt:film) BRD/Österreich/Frankreich 2009, 129 Min.
Regie: Sherry Hormann. Buch: Sherry Hormann nach der Autobiographie von Waris Dirie.
Mit Liya Kebede, Sally Hawkins, Timothy Spall, Juliet Stevenson u.a.
FSK: ab 12

Kurzfilm: Wind, der stiller wird

Bilder und Musik. Ewig währender Wechsel von einem zum anderen. Verschwinden und wieder Auferstehen...
BRD 1996, 4:25 Min. Zeichentrick von Vuk Jevremovic.

Montag, 16. August 2010 - 21.15 Uhr

Wenn Liebe so einfach wäre

Foto aus dem Film

Regisseurin Nancy Meyers (Was Frauen wollen) ist die Großmeisterin des romantischen Komödienfachs und bringt nun auch in diesem Film zusammen, was zusammengehört – egal wie kompliziert es auch sein mag. Ein prickelndes Beziehungsdreieck mit der wunderbaren Meryl Streep inmitten der charmanten bis dreisten Eroberungsversuche zweier Männer.

Nach über einem Jahrzehnt der Trennung pflegt die erfolgreiche Bäckereibesitzerin und Mutter dreier erwachsener Kinder Jane eine mittlerweile freundschaftliche Beziehung zu ihrem Exmann Jake. Doch nach der College-Abschlussfeier ihres gemeinsamen Sohnes flammen alte Gefühle wieder auf. Erst eine heiße Nacht und dann eine leidenschaftliche Affäre der Ex-Ehepartner nimmt wirbelnd ihren Lauf. Da Jake inzwischen mit der deutlich jüngeren Agness verheiratet ist, nimmt jetzt ausgerechnet Jane die Rolle der „anderen Frau“ ein. Als wäre das noch nicht kompliziert genug, begibt sich dazu auch noch der geschiedene, überaus solide und liebenswerte Innenarchitekt Adam mitten ins Kreuzfeuer dieser neu entfachten Romanze... It’s complicated.
USA 2009, 120 Min.
Regie, Buch: Nancy Meyers.
Mit Meryl Streep, Steve Martin, Alec Baldwin, John Krasinski u.a.
FSK: o.A.

Kurzfilm: Tempo

Ein Par Force Ritt durch die morgendlichen Rituale eines beginnenden Tages. Alles harmoniert in gewohnter Routine. Bis ein kleines Detail übersehen wird.
Schweden 2002, 4:00 Min. Kurzspielfilm von Per Carleson.

Dienstag, 17. August 2010 - 21.15 Uhr

Die Schachspielerin

Foto aus dem Film

Nach dem Roman von Bertina Henrichs erzählt der Film von der Verwandlung eines folgsamen Zimmermädchens zur selbstsicheren Frau.
In einem kleinen idyllischen Dorf auf Korsika arbeitet die stille Hélène als Zimmermädchen und wirkt mit ihrer Ehe und ihrer fünfzehnjährigen Tochter glücklich. Alles ändert sich, als sie beim Putzen ein junges verführerisches Paar beobachtet, das auf der Hotelterrasse Schach spielt. Hélène fühlt sich sofort von diesem geheimnisvollen Spiel angezogen, hinter dem sich für sie eine aufregende Welt verbirgt. In dem kauzigen Dr. Kröger, dessen Haushalt sie in Ordnung hält, findet sie einen Mentor und Freund, der nach anfänglichem Zögern sogar ihre Idee an Turnieren teilnehmen zu wollen unterstützt. Für Hélène beginnt ein Abenteuer mit unabsehbaren Folgen. Denn mit ihrer Leidenschaft für das Spiel riskiert sie bald ihre Ehe und ihren guten Ruf. Ihr bisheriges Leben gerät aus den Fugen.

Das Schachspielen wird in Caroline Bottaros Debütfilm zur Metapher für die Leidenschaft und den Mut einer Frau sich über Grenzen hinwegzusetzen und damit ihrem Leben noch einmal eine völlig andere Richtung zu geben. Sandrine Bonnaire glänzt in der Hauptrolle und zeigt eindrucksvoll die Kluft zwischen Arbeiterschicht und Bildungsbürgertum. Frankreich/BRD 2008, 97 Min.
Regie und Buch: Caroline Bottaro.
Mit Sandrine Bonnaire, Kevin Kline, Valerie Lagrange, Francis Renaud, Alexandra Gentil, Jennifer Beals u.a.
FSK: o.A.

Kurzfilm: Omnibus

Tag für Tag bringt der alte Schienenbus Jean-Louis Martichaux zu seinem Job. Heute allerdings hält der Zug nicht mehr in Cateau. Er wird zu spät zur Arbeit kommen, eventuell gefeuert werden, und sein ganzes Leben wird in einem Strudel dramatischer Begebenheiten untergehen.
Frankreich 1992, 8:15 Min. OmU. Kurzspielfilm von Sam Karman.

Mittwoch, 18. August 2010 - 21.15 Uhr

Soul Kitchen

Foto aus dem Film

Der neue Film von Fatih Akin ist eine leidenschaftliche Liebeserklärung an Hamburg und seinen multikulturellen Kiez.
Zinos ist privat schon vom Pech verfolgt. Doch als er in seinem Restaurant den exzentrischen Spitzenkoch Shayn engagiert, bleiben auf einmal auch noch die ohnehin schon wenigen Stammgäste aus. Während er noch überlegt, wie er den Laden los wird, locken Musik und die ausgefallene Speisekarte immer mehr Szenepublikum an. Das „Soul Kitchen“ rockt und boomt wie nie zuvor. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse…

Soul Kitchen ist ein frecher, schmutziger Heimatfilm. Zwar ist die Welt hier nicht heil, wie sonst im Genre üblich, aber auch hier geht es um Heimat als Ort der Familie und der Freunde, als Zufluchts- und magischer Ort, an dem man sich verliebt oder die Liebe verspielt. Der Film nimmt aber auch jene Entwicklung auf’s Korn, die man „Gentrifizierung“ nennt und die aus ehemaligen Arbeiter- und dann Szenevierteln Spekulationsobjekte macht.

„Schlichtweg großartig, ein total unprätentiöses Meisterwerk.“ (3Sat)

„Wie sein großer Berlinale-Sieger, das Drama Gegen die Wand, berstet auch die Komödie Soul Kitchen vor Energie.“ (Berliner Zeitung) BRD 2009, 100 Min.
Regie: Fatih Akin.
Mit Adam Bousdoukos, Moritz Bleibtreu, Birol Ünel, Lucas Gregorowicz, Wotan Wilke Möhring, Monica Bleibtreu, Peter Lohmeyer, Gustav Peter Wöhler, Lars Rudolph, Udo Kier u.a.
FSK: ab 12

Kurzfilm: Music for One Apartment and Six Drummers

Sechs Einbrecher machen in einer Wohnung Musik auf Möbeln und mit Haushaltsgeräten.
Schweden 2001, 9:35 Min. Kurzspielfilm von O. Simonsson, J. Stjärne Nilson.

Donnerstag, 19. August 2010 - 21.15 Uhr

Maria, ihm schmeckt's nicht

Foto aus dem Film

Jan möchte die Deutsch-Italienerin Sara heiraten. Ganz unspektakulär. Nur standesamtlich. Doch Jan hat die Rechnung ohne seinen zukünftigen Schwiegervater gemacht. Antonio, der 1965 als Gastarbeiter nach Deutschland kam, verlangt eine Hochzeit in Süditalien. Basta! Konfrontiert mit südlichem Temperament, fremder Küche, weichen Betten und harter Bürokratie, muss Jan sich eines Tages fragen, ob Sara und ihre Familie wirklich die Richtigen für ihn sind ...

Die kurzweilige Culture-Clash-Komödie weiß auf herzerfrischende Weise zu unterhalten. Der italienische Star Lino Banfi, der den zukünftigen Schwiegervater Jans spielt, spricht selbst kein Wort deutsch, weshalb die gebrochenen Sätze aus seinem Mund besonders herrlich sind. Ein Lob gebührt der Produktion für die Entscheidung, die italienischen Dialoge nicht zu synchronisieren, so fühlt sich der Zuschauer genauso fremd wie Jan. BRD/I 2009, 92 Min.
Regie: Neele Leana Vollmar.
Mit Christian Ulmen, Lino Banfi, Mina Tander, Maren Kroymann, Gundi Ellert, Peter Prager u.a.
FSK: o.A.

Kurzfilm: Tomatenköpfe

Ein Tag im Leben der Familie Meiberger.
Österreich 2001, 6:00 Min. Kurzspielfilm von Paul Horn, Harald Hund.

Freitag, 20. August 2010 - 21.15 Uhr

Das weiße Band

Foto aus dem Film

Michael Haneke gehört zu den ganz Großen, zu den verlässlich Rigorosen des europäischen Autorenfilms. Für Die Klavierspielerin nach Elfriede Jelinek erhielt er 2001 in Cannes den Großen Preis der Jury, für Caché (2004) den Regiepreis. Das weiße Band wurde in diesem Jahr mit der Goldenen Palme prämiert.

Der gemütliche Erzähler verrät uns gleich zu Beginn, dass sich in dieser Geschichte einige unheimliche Dinge zutragen werden. Der Mann weiß ganz genau, wovon er spricht, schließlich war er der Lehrer in dem Dorf im protestantischen Norden Deutschlands in den Jahren 1913/14. Hinter den frömmelnden Spießerfassaden brodelt eine Welt aus Missbrauch, Verboten und struktureller Gewalt. Ein Mikrokosmos aus Demütigung, Drohung, Denunziation. All das scheint aber ganz normal zu sein. Bald dämmert der Vorabend des Ersten Weltkrieges. Nicht lange, und die missbrauchten Kinder dürften zu Tätern mutieren.

Mit maximalem Minimalismus hält Haneke seine Kamera gnadenlos als Mikroskop auf das Monster Mensch, verzichtet dabei bewusst auf den moralischen Zeigefinger oder altkluge Erklärungen. Eiskalt und emotionslos bringt er mit erlesenen Bildern in schwarzweiß ein wenig Licht in die düsteren Zusammenhänge menschlicher Abgründe, zeigt die Entwicklung von Schuld und Gewalt im kleinen Alltag bis eben zum Vorabend des großen Krieges. (programmkino.de) BRD/Österreich/Frankreich/Italien 2009, 144 Min., s/w.
Regie, Buch: Michael Haneke (Die Klavierspielerin, Funny Games, Wolfzeit, Bennys Video).
Mit Christian Friedel, Leonie Benesch, Ulrich Tukur, Ursina Lardi, Burghart Klaußner, Josef Bierbichler, Birgit Minichmayr, Detlev Buck u.a.
FSK: 12

Kurzfilm: La Flamme

Deauville, Frankreich in den 30ern: Ein Rendezvous zweier Liebender, mit technischen Problemen.
Frankreich 2000, 2:00 Min. OmU. Kurzspielfilm von Ron Dyens.

Samstag, 21. August 2010 - 21.15 Uhr

Das Leben ist zu langVorpremiere

Foto aus dem Film

Regisseur Dani Levy machte zuletzt mit Mein Führer – Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler von sich reden. Doch nun geht es wieder in die Richtung der Komödien wie Alles auf Zucker.

Als Dreh- und Angelpunkt übernimmt Markus Hering die Rolle des jüdischen Regisseurs Alfi Seligers, eines liebenswerten Losers. Seit Jahren hat er keinen Film gedreht und geht mit seiner absurden Drehbuchidee mittlerweile allen auf den Keks. Alles läuft schief, beruflich wie privat. Das ist zuviel und Alfi beschließt, sich das Leben zu nehmen. Doch wenn alles schief geht, dann auch der Selbstmord! Das Leben, das er nun vorfindet ist nicht mehr so, wie es einst war.

Foto aus dem Film

Nicht nur der Name des Protagonisten ist von Woody Allen entlehnt. Alvy Singer, der Stadtneurotiker und der klassische Humor der Woody-Allen-Komödien standen offenbar Pate für diese wahrhaftige Filmkomödie. Die Gags fruchten, die Handlung läuft wie ein Uhrwerk ab und nebenher gibt sich das „Who is Who“ des deutschen Films die Klinke in die Hand. Was als leichte Komödie beginnt, wandelt sich in eine Mischung aus Zurschaustellung der Psyche und buntem Phantasien über einen Menschen zwischen Überambitionen und realistischem Versuch etwas zustande zu bringen. Markus Hering entpuppt sich als komödiantisches und tragisches Talent. Nicht zuletzt erzählt dieser Film wahrscheinlich auch ganz schön viel vom Regisseur Levy, gibt – unter dem Deckmantel der Gags – ein Stück des Fegefeuers der Eitelkeiten preis, welches auch dem deutschen Film nicht völlig fremd scheint. BRD 2010, 87 Min.
Regie und Buch: Dani Levy.
Mit Markus Hering, Meret Becker, Veronica Verres, Hans Hollmann, Udo Kier, Elke Sommer, Yvonne Catterfeld, Heino Ferch, Steffen Groth, Justus von Dohnanyi u.a.

Kurzfilm: A Heap of Trouble

Neun nackte Männer gehen eine Straße hinunter. Legendär!
Wales 2000, 3:45 Min. OV. Kurzspielfilm von Steve Sullivan.

Beginn jeweils 21.15 Uhr
Einlass um 19.30 Uhr

Eintrittspreise:
7,00 Euro (im Vorverkauf)
7,50 Euro (an der Abendkasse)

Kartenvorverkauf:
Ab 31. Juli im i-Punkt am Rathaus Fellbach

Online-Vorverkauf

Telefonische Reservierungen sind nicht möglich.

Veranstalter: KinoKult Programmkinos in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt Fellbach.