Das LUNA Lichtspieltheater – ein Baudenkmal
Als Lichtspieltheater ist das LUNA ein Begriff. Weniger bekannt ist hingegen das Gebäude, das jetzt als Kinosaal genutzt wird. Ein bemerkenswerter Bau – inzwischen als Baudenkmal geschützt – „in Sandstein ausgeführt und mit schönen Pilastern und Kapitalen“ geschmückt“, wie es in einer Beschreibung heißt.
Dieses auffällige Bauwerk verdanken wir einem Bierbrauer – und einem Herzog. 1843 von dem Werkmeister Baumgärtner als Fassmagazin mit Eiskeller für den Bierbrauer Gustav Körner errichtet, fanden dort z. T. kunstvoll behauene Steine von einem Pavillon – auch als Lusthaus oder Schlösschen beschrieben – Verwendung, den der Herzog Carl Eugen im Jahre 1750 im Osterholz hat errichten lassen. Der heute als Foyer genutzte Anbau wurde 1865 errichtet und ebenfalls mit einem gemauerten Sandsteingewölbe unterkellert. Eine steinerne Wendeltreppe führt 11 Meter tief hinab zu den beiden beeindruckenden Gewölbekellern, die im letzten Weltkrieg den Bürgern der Unteren Stadt als Luftschutzraum dienten. Dazu hatten sie von der Bauhofstrasse her einen Zugangsstollen gegraben.
Schon 1870 war ein Stollen zur Entwässerung der beiden Keller angelegt worden. Wie der Lageplan aus der Erstellungszeit zeigt, führt er hinunter zum Schützenplatz und vermutlich weiter bis in den verdolten Tälesbach. Er ist allerdings nicht begehbar, man kann dort nur auf dem Bauch liegend hineinkriechen, das reizt natürlich und weckt die Versuchung, dies auch zu tun...
Der alte Kinobau des Luna Lichtspieltheaters. Rechts der Foyeranbau.
Das große Gewölbe liegt 11 Meter tief unter dem Kinosaal. (Foto: Andreas Schilling)
Direkt vor der Kinoleinwand öffnet sich der Zugang zu den alten Gewölben. (Foto: Andreas Schilling)
