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Sonntag, 05. September 2010

Versailles

Bild aus dem Film

Ein Märchen war das Leben von Guillaume Depardieu nicht. Der Schauspieler, der in einem problematischen Verhältnis zu seinem Vater Gérard lebte, starb im Oktober 2008 im Alter von nur 37 Jahren.
Der Film Versailles , der erst jetzt in die deutschen Kinos kommt, ist ein Märchen. Seinen wundersamen Charakter verbirgt er hinter einem zeitgemäß kargen Sozialrealismus und kurzen Ausflügen ins Mythologische.

Majestätisch erhebt sich das Schloss von Versailles inmitten gepflegter Gärten. Doch die weltberühmte Barockanlage grenzt an dichte Wälder. Und in denen leben Menschen, die sich freiwillig oder unfreiwillig hierhin zurückgezogen haben. So auch der noch junge Damien (Guillaume Dépardieu), der mitten im Wald in einer Einsiedlerhütte haust. Eines Tages taucht hier die obdachlose Nina mit ihrem fünfjährigen Sohn Enzo auf. Sie freundet sich mit Damien an, verbringt eine Nacht mit ihm, nur um am nächsten Morgen heimlich zu
verschwinden und das Kind bei Damien zurückzulassen. Zwischen dem Mann und dem kleinen Jungen entwickelt sich eine spröde Zuneigung, in der beide Vertrauen und Geborgenheit finden.

Die Zeiten von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit sind lange vorbei in Frankreich, so wie es Pierre Schoeller in seinem treffend betitelten Debütfilm schildert. Ein starkes Stück Sozialdrama, mit einem etwas zu versöhnlichem Ende (programmkino.de)

Land/Jahr:
Frankreich 2008, 113 Min., OmU
Regie:
Pierre Schoeller
Drehbuch:
Pierre Schoeller
Kamera:
Julien Hirsch
mit:
Guillaume Depardieu, Max Baissette de Malglaive, Judith Chemla, Patrick Descamps, Aure Atika u.a.
 
Französische Originalfassung mit dt. Untertiteln
 
Ausführliche Besprechung bei programmkino.de

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