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Programmkinos in Ludwigsburg und Fellbach

Samstag, 21. April 2018

DOK-Premiere

Seit 2011 gibt es unsere Reihe DOK Premiere im Kino Caligari. Jeden Monat wird ein aktueller Dokumentarfilm gezeigt. Anschließend diskutieren die Macher mit dem Publikum. Die Bandbreite an Dokfilmen ist bewusst breit gehalten. Dies kommt gut an. Es geht um außergewöhnliche Filme und Themen, über die sich ein Gespräch lohnt. Zu Gast waren sowohl bekannte Filmemacher wie Michael Glawogger, Volker Koepp oder Samir, als auch junge Talente mit ihren Filmen. Manche Filme zeigen wir bereits vor ihrem Kinostart, andere sind sogar Team-Premieren einer Produktion.

Kuration und Moderation: Kay Hoffmann

In Zusammenarbeit mit dem Haus des Dokumentarfilms Stuttgart.

April 2018

Wildes Herz

Foto aus dem FilmEin kleines Dorf in den Weiten Mecklenburg-Vorpommerns. Geprägt vom politischen Wandel der letzten Jahrzehnte ist hier eine Band entstanden, die etwas zu sagen hat und das sehr laut. Feine Sahne Fischfilet um Jan „Monchi“ Gorkow ist heute eine der erfolgreichsten Punkbands in Deutschland und in den Augen des Staates „Vorpommerns gefährlichste Band“. Sie sorgt dafür, dass die Wüste weiterlebt und Mecklenburg-Vorpommern noch nicht komplett im Arsch ist. Mit funkelnder Radikalität stellen sich die sechs Musiker gegen Nazis, Leerstand und Wendeverliererfrust. Ihre Musik ist wie der Berserker unter den deutschen Bands, voller Aufruhr und so kompromisslos wie Poesie nur sein kann.
In der Idylle Vorpommerns ist Jan Gorkow in den neunziger Jahren direkt in die gesellschaftliche Leere hineingewachsen, die sich dort immer breiter machte. Der Schauspieler und gebürtige Mecklenburger Charly Hübner erzählt in seinem Film die Geschichte dieses jungen und wilden Lebens zwischen stürmischem Punk-Furor und energischem Lokalpatriotismus, zwischen Rock am Ring und wellenschlagender Wahlkampftour.

Mi 18. April 2018 - 19.30 Uhr im Caligari-Kino

Im Anschluss an die Vorstellung findet ein Filmgespräch mit Regisseur Charly Hübner statt.

BRD 2017, 94 Min.
Regie, Buch: Charly Hübner, Sebastian Schultz
Kamera: Martin Farkas, Roman Schauerte
Dokumentarfilm

Foto des Regisseurs/der RegisseurinCharly Hübner war nach seiner Schauspielausbildung an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch zunächst am Theater zu sehen, am Schauspiel Frankfurt am Main, am Theater am Turm Frankfurt sowie mit einem Gast-Engagement an der Schaubühne in Berlin. 2003 begann er mit Film und TV. Sein Kinodebüt gab er in Sherry Hormanns Komödie „Männer wie wir“. Richtig bekannt wurde er 2006 durch seine Rolle im Spielfilm „Das Leben der Anderen“. Er spielte in Robert Thalheims „Eltern“, in Detlev Bucks „Bibi und Tina“ und bekam 2015 den Grimme Preis für seine Rolle in Christian Schwochows TV-Tragikomödie „Bornholmer Straße“. 2017 war er der Karl Schmidt in Sven Regeners „Magical Mystery“. „Wildes Herz“ ist sein Regiedebüt.

März 2018

Kevin Roche – Der stille Architekt

Foto aus dem FilmDer irisch-amerikanische Architekt Kevin Roche hat in seinem Feld alles erreicht: Er hat wegweisende Gebäude wie die Ford Fondation, den Ausbau des Metropolitan Museum of Art und das Oakland Museum of California entworfen, wurde bereits 1982 mit den Pritzker-Preis ausgezeichnet, der höchsten Ehrung für einen lebenden Architekten, und hat mit seinem humanistischen Stil die Art verändert, wie heute über Bauwerke gedacht wird. Dabei hat er scheinbar keinerlei Interesse am eigenen Ruhm und dem Label "Stararchitekt", mit dem ihm die Fachwelt seit Jahrzehnten feiert. Und trotz seines hohen Alters von 95 denkt er gar nicht daran, sich zur Ruhe zu setzen.
Mark Noonans Dokumentarfilm portätiert Kevin Roche als einen bescheidenen und tief in sich ruhenden Architekten, der sein Leben lang den Menschen in den Mittelpunkt seiner Arbeit gestellt hat. Neben Roche, der charmant und gewitzt über sein Leben und Werk erzählt, kommen Weggefährten, Kollegen, Klienten und Kusthistoriker zu Wort. Schwebende Aufnahmen seiner wichtigsten Bauwerke illustrieren Roches zentrales Credo, nach dem Architektur vor allem einem Ziel folgen sollte: Gemeinschaft für eine demokratische Gesellschaft zu schaffen.

Mi 21. März 2018 - 19.30 Uhr im Caligari-Kino

Im Anschluss an die Vorführung findet ein Filmgespräch statt.
Leider hat uns Regisseur Mark Noonan seine Teilnahme kurzfristig abgesagt.
In Zusammenarbeit mit der Architektenkammer Baden-Württemberg, Kammergruppe Ludwigsburg

Kevin Roche: The Quiet Architect
Irland 2017, 82 Min. OmU
Regie: Mark Noonan
Dokumentarfilm

Februar 2018

Playing God

Foto aus dem FilmDer 11. September, Agent Orange, die BP Ölkatastrophe – wann immer in den USA eine große Katastrophe Menschen verzweifeln lässt, wird er gerufen: Ken Feinberg, Amerikas berühmtester Entschädigungsspezialist. Er bestimmt, was Opfer oder Hinterbliebene an Geld bekommen, entscheidet über den monetären Wert von Menschenleben und wird dafür bewundert und gehasst. Der Film zeigt mehr als nur die Geschichte eines bisweilen allmächtig wirkenden, aber immer scharfsinnigen, charismatischen Akteurs: Was passiert innerhalb unserer westlichen Wertesysteme, wenn Wirtschaftsinteressen und persönliche Schicksale durch Tragödien ineinander greifen?

Mi 14. Februar 2018 - 19.30 Uhr im Caligari-Kino

Im Anschluss an die Vorstellung findet ein Filmgespräch mit Regisseurin Karin Jurschick statt.

BRD 2017, 90 Min. OmU
Regie: Karin Jurschick
Buch: Karin Jurschick, Birgit Schulz
Dokumentarfilm

Foto des Regisseurs/der RegisseurinKarin Jurschick, Jahrgang 1959, war Mitbegründerin des Internationalen Frauenfilmfestivals Feminale. Sie arbeitete als Kulturredakteurin und als Hörfunk- und Fernsehautorin für den WDR. Seit 2000 dreht sie lange, mehrfach preisgekrönte Dokumentarfilme, darunter 2016 „Krieg & Spiele“, der sich mit der Entwicklung autonomer Systeme und Fragen nach der Künstlichen Intelligenz beschäftigt. Seit 2017 ist sie Professorin für Dokumentarfilm an der Hochschule für Fernsehen und Film in München.

Januar 2018

Wer war Hitler

Foto aus dem FilmSeit über 70 Jahren ist Adolf Hitler tot. Und doch ist er in TV-Dokumentationen ungebrochen präsent. Auch unzählige Bücher beschäftigen sich mit ihm als Sujet. Nun hat Hermann Pölking die historische Figur Adolf Hitler untersucht, analysiert und sein Leben für einen Kino-Dokumentarfilm aufgearbeitet. In insgesamt 14 Kapiteln erzählt Pölking chronologisch Hitlers Leben nach. Mehr als 120 Archive hat er dafür ausgewertet, mehr als 850 Stunden Film gesichtet. Zu Wort kommt Hitler selbst, verkörpert von Jürgen Tarrach als Sprecher, sowie über 125 Zeitzeugen, die Pölking durch Tagebucheinträge, Briefe, Schriften und Reden sprechen lässt. Der Kommentar erfolgt strikt auf der Tonebene, die Bildebene wird konsequent bestimmt von historischem Archivmaterial und Originalaufnahmen. Die umfassende Recherche, die dem Film vorausging, beeindruckt durch ihre sorgfältige Aufbereitung und Montage und ermöglicht dem Zuschauer nicht nur einen umfassenden Blick auf eine historische Figur, sondern auch auf die Zeit, in der Hitler lebte und durch sein Tun auch wirkte. Dies macht „Wer war Hitler“ neben einer umfassenden und viele Lücken schließenden Biografie auch zu einer faszinierenden Gesellschaftsstudie Deutschlands und Europas von 1895 bis 1945. (FBW)

Mi 17. Januar 2018 - 19.30 Uhr im Caligari-Kino

Im Anschluss an die Vorstellung findet ein Filmgespräch statt mit Regisseur Hermann Pölking und Prof. Dr. Gerhard Hirschfeld, Historiker Universität Stuttgart und NS-Experte

BRD 2017, 196 Min.
Regie, Buch: Hermann Pölking
Dokumentarfilm
Sprecher: Jürgen Tarrach, Sabine Falkenberg, Gabriele Blum, Michael Pundt, Heidi Jürgens
FSK: 12

Foto des Regisseurs/der RegisseurinHermann Pölking, geboren 1954, lebt in Bremen und Berlin. Ab 1974 Studium der Publizistik in Berlin (West) und dort bis 1979 Tätigkeit im politischen Volkstheater. Ab 1979 Gesellschafter und Mitarbeiter bei „Elefanten Press“, später Lektor, Herausgeber und Autor von Büchern zur Geschichte des 20. Jahrhunderts, zur Technikgeschichte und Alltagskultur. Pölkings Spezialgebiet ist seit dieser Zeit die Geschichte deutscher Länder.
Foto des Regisseurs/der Regisseurin1998 Beginn des Projekts „Zeitreise Deutschland“. Im Rahmen dieses Projekts wurden zahlreiche historische Filmquellen aus lokalen und regionalen Archiven, bei Unternehmen, Verbänden und Privatpersonen zusammengetragen und auf dieser Basis seither über 30 Filmchroniken zu historischen deutschen Ländern und Regionen produziert.
2005 Start des Projektes „Die Deutschen 1815 bis heute“, das in zwölf Filmfolgen und vier illustrierten Büchern die deutsche Geschichte vom Kaiserreich bis zur Gegenwart auf 2.500 Seiten, vor allem aber aus historischen Filmquellen und Fotografien in 18 Stunden erzählt.